Die Augen brennen, jucken und sind gerötet. Anhaltende Konzentration auf den Bildschirm oder den Straßenverkehr fällt schwer. Beinahe fühlt es sich an, als hätte man permanent einen Fremdkörper im Auge. Treten diese Symptome gemeinsam auf, handelt es sich wohl um das „Trockene Auge“. Auch dann, wenn es zu vermehrter Tränenproduktion kommt. Klingt komisch, ist aber so.

Was ist das?

Zu trockenen Augen kommt es dann, wenn die Augenoberfläche nicht mehr ausreichend mit Tränenflüssigkeit versorgt wird. Diese Tränenflüssigkeit sorgt bei gesunden Augen dafür, dass die Oberfläche des Augapfels glatt bleibt. Zusätzlich sind im Tränenfilm auch keimtötende Substanzen enthalten, die das Auge vor Infektionen schützen.

Durch eine optimal zusammengesetzte Tränenflüssigkeit wird die Hornhaut auch mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Kommt es aber zu trockenen Augen, sind diese Funktionen nicht mehr ausreichend gegeben. Doch trockene Augen muss nicht immer auch zu wenig Tränenflüssigkeit heißen. In den meisten Fällen nämlich tränt ein trockenes Auge durch den ständigen Schmerzreiz paradoxerweise auch stärker.

Äußere Ursachen

Das Trockene-Augen-Syndrom liegt meist an einer Benetzungsstörung der Augenoberfläche. Dazu gehören nicht nur die Netz- und die Bindehaut, sondern auch die Innenseiten der Augenlider. Zu einer solchen Benetzungsstörung kommt es entweder aufgrund einer verminderten Tränenproduktion oder einer veränderten Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit.

Dadurch verdunstet sie schneller, das Auge „läuft trocken“. Die häufigsten Ursachen für trockene Augen sind aber äußere Einflüsse, die sich recht einfach ändern lassen. So kommt es bei zu langer Bildschirmarbeit oder konzentriertem Fernsehen zu einer stark verminderten Lidschlagfrequenz, wir blinzeln dann einfach seltener.

Wer darauf achtet, kann seinem Auge schon etwas Gutes tun. Auch Zigarettenrauch, direkte Zugluft oder ein ständiger Aufenthalt in klimatisierten Räumen reizt unsere Augen. Wer darauf achtet, diese ungünstigen Umstände zu vermeiden, hat meist schon gewonnen.

Medizinische & allergische Ursachen

Trockene Augen können aber auch medizinische Ursachen haben, die sich nicht so leicht und einfach ändern lassen. So nimmt etwa mit zunehmendem Alter die Tränenproduktion merklich ab. Daher leiden ältere Menschen häufiger unter trockenen Augen als Jüngere. Auch sind Frauen aufgrund der hormonellen Situation grundsätzlich häufiger davon betroffen als Männer.

Und bei Diabetes, Erkrankungen der Schilddrüse oder chronischem Rheumatismus treten trockene Augen häufig als unerwünschte Begleiterscheinung auf. Auch bei Hautkrankheiten kann es dazu kommen. Ein großer Punkt, besonders jetzt im Frühling, ist das Thema Allergien.

Bei rund Dreiviertel aller Pollenallergiker kommt es neben den gängigen Heuschnupfensymptomen wie starkem Schnupfen oder Asthma auch zu gereizten und trockenen Augen, die deutlich mehr Tränenflüssigkeit produzieren als nötig wäre. Dadurch wird die Zusammensetzung des Tränenfilms am Auge ungünstig verändert. Das Auge wird noch stärker gereizt. Ein Teufelskreis.

Therapie

Wer längere Zeit unter trockenen Augen leidet, sollte unbedingt einen Augenarzt aufsuchen, um ernste Krankheiten und etwaige Spätfolgen ausschließen zu können oder professionell behandeln zu lassen. Wenn es sich aber um relativ harmlose Gründe und Auslöser handelt, werden die trockenen Augen meist mit sogenannten „künstlichen Tränen“ behandelt. Augentropfen, die in unterschiedlichster Zusammensetzung verfügbar sind und regelmäßig angewandt werden sollten.

So führen sie in den meisten Fällen schnell zum gewünschten Erfolg. Bei allergischen Auslösern kann eine Kombination aus Augentropfen und Antihistaminpräparaten zum schnellen Erfolg führen. Dann macht auch der Frühling wieder Spaß.