Was ist Lupus?

Lupus ist eine systemische Autoimmunerkrankung, das Abwehrsystem (Immunsystem) des Körpers richtet sich also gegen körpereigene Bestandteile und Zellen. Diese Krankheit kann mild verlaufen, aber durchaus auch schwerwiegende Auswirkungen haben, indem sie Organe befällt, was bis zum Organversagen führen kann.

Welche Organe und Organsysteme werden von dieser Krankheit geschädigt?

Die Haut zeigt oft die ersten Anzeichen mit typischem Erscheinungsbild. Aber die Krankheit ist systemisch, das heißt, sie kann viele Organe bzw. Organsysteme befallen. Am häufigsten betroffen ist dabei die Niere, aber auch die Lunge, das Gehirn und das Herz.

Wen betrifft diese Krankheit? Wodurch macht sie sich bemerkbar?

Meistens sind die Erstsymptome dieser Krankheit relativ unspezifisch und können mit denen einer grippalen Infektion verwechselt werden: Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, angeschwollene Lymphknoten, Fieber. Die typische Zeichnung eines Hautausschlags im Gesicht identifiziert Lupus dann deutlicher. Der SLE trifft vor allem junge Frauen nach der Menarche, kann aber auch später beginnen – im Durchschnitt in einem Alter von 29 Jahren.

Was sind Ursachen und Auslöser für diese Krankheit?

Es gibt zahlreiche Hypothesen, aber leider noch keinen sicheren Beweis. Man geht von einer genetischen Veranlagung der Betroffenen aus, die durch einen zusätzlichen Trigger von außen, wie z.B. (Virus-)Infektionen, Umweltgifte, Stressoren jedweder Art, manche Medikamente, die klinisch wahrnehmbare Lupuserkrankung auslöst. Wie bei anderen Autoimmunerkrankungen aus dem rheumatologischen Feld, sind auch physischer und psychischer Stress grundsätzlich mögliche Auslöser, weil die Immunreaktion dadurch temporär irritiert bzw. geschwächt wird.

Wie wird Lupus dann diagnostiziert und behandelt?

Das Zusammentreffen von mehreren der unspezifischen, aber letztlich doch typischen Symptomen ergibt hier erste Hinweise. Entzündungswerte im Blut und der Nachweis von einigen typischen Autoantikörpern im Blut erhärten die Diagnose.

Wird SLE festgestellt, versucht man, dieses überschießend und fehlgeleitet arbeitende Immunsystem mit einer Vielzahl von Therapieoptionen zu dämpfen. Im akuten Stadium braucht es Cortisonpräparate. Zur Langzeittherapie in milderen Fällen reicht oft Hydroxychloroquin, bzw. ist eine Behandlung mit Azathioprin oder MMF notwendig. Diese Medikamente kommen aus der Behandlung von Organtransplantierten, wo man ebenfalls versucht, die Immunreaktion zu dämpfen.

In schweren Fällen des SLE mit Organbeteiligung und drohendem Organversagen ist oft das Immunsuppressivum Cyclophosphamid notwendig, das meist gut hilft, aber auch deutliche Nebenwirkungen haben kann. In jüngster Zeit ist die Ära der gezielt wirkenden Therapien, der sogenannten Biologika, auch beim Lupus angebrochen.

Welche Maßnahmen kann ein Betroffener selber ergreifen, welche Aussichten bestehen auf Heilung?

Lupus-Patienten können natürlich einiges beitragen, aber auch die Rolle der Angehörigen soll man nicht unterschätzen. Zum Beispiel reagieren SLE-Patienten häufig sehr intensiv auf UV-Licht, was nicht nur zu Hautreaktionen führen, sondern auch regelrechte Krankheitsschübe auslösen kann. Daher ist zu starke, direkte Sonneneinstrahlung zu meiden und Sonnenschutz eine unbedingte Maßnahme.

In der überwiegenden Zahl der Fälle gibt es keine klassische Heilung, sondern eine medikamentöse Therapie ist jahrelang notwendig. Bei gut eingestellter Behandlung und regelmäßiger Kontrolle an einem spezialisierten Zentrum kann man aber durchaus ein völlig normales Leben führen.