Wie bestimmt Psoriasis das Leben Betroffener?

Wer an Psoriasis leidet, muss sich um seine Haut kümmern. Unbehandelte Stellen würden trocknen, jucken, spannen und reißen. Die Hautpflege kostet Zeit. Lebenszeit. Und nicht nur das: Man muss wegen der zuhauf rieselnden Hautschüppchen auch alltägliche Gewohnheiten an den Rhythmus der Krankheit anpassen, öfter waschen, öfter putzen. Auch im Arbeitsleben ergeben sich Einschränkungen: Ein Job in der Gastronomie ist bei Hand-und Nagelpsoriasis nicht machbar. 

Hinzu kommt die psychische Komponente: Psoriatiker fühlen sich in ihrer Haut nicht wohl, zeigen sie anderen nur ungern. So kann Psoriasis gerade im Sommer zur Last werden, weil sie unter Klamotten versteckt wird. Ein Teufelskreis, denn Schwitzen verstärkt die Symptome oft.

Dabei täte Sonne der kranken Haut gut, oder?

Unbedingt. UV-Licht hat sich als therapeutisches Mittel bestens bewährt. Dank moderner Technik kann man heute UV-Licht auch schon daheim anwenden. Das schränkt PatientInnen weniger ein als Termine beim Arzt.  

Was können Betroffene tun, um sich den Alltag mit Psoriasis zu erleichtern?

Sich Zeit für die Hautpflege nehmen und pflegen, pflegen, pflegen. Es gibt Cremes, Salben, Lotionen, Badezusätze und Shampoos, die helfen. Die Schulmedizin hat ebenso Medikamente wie die alternative Medizin. Das Mittel zu finden, das einem am besten hilft, erfordert mitunter viel Geduld. Ich kenne PatientInnen, die setzen auf Olivenöl, Bachblüten, Lokaltherapie, Lichttherapie oder Biologika. Wieder andere wenden die biologische Therapie an.

Was raten Sie Betroffenen?

Zum einen rate ich zu Offenheit: Wer Familie, Freunde und Kollegen informiert, muss seine Haut in deren Beisein nicht verstecken. Das erleichtert das Miteinander. Zum anderen hilft ein Austausch mit anderen Patienten bei unseren monatlichen Treffen, wo auch ein Hautarzt für Fragen zur Verfügung steht. Und im Sommer treffen wir uns in unserem vereinseigenen Naturbad an der Alten Donau.