Welche Ursachen kann Psoriasis haben?

Dr. Barbara Gruber: Psoriasis ist eine genetische Erkrankung. Das heißt, dass Psoriasis bereits in der Erbmasse festgesetzt ist. Gleichzeitig können Menschen aber auch der oder die Erste innerhalb der Familie sein. Psoriasis selbst tritt über so genannte Trigger-Faktoren zu Tage. Zu diesen Auslösern können beispielsweise Infektionen zählen, aber auch hormonelle Veränderungen, wie etwa im Zuge der Pubertät oder der Menopause. Außerdem können Stresssituationen oder Medikamente weitere auslösende Faktoren sein.

Dr. Hans Skvara: Es gibt eine ganze Bandbreite an Auslösern, die die genetische Basis so zu sagen in Schwung bringt. Man weiß mittlerweile, dass es um die 40 Gensequenzen gibt, von denen man annimmt, dass sie mit dem Auftreten der Psoriasis assoziiert sind. Das heißt, zur Psoriasis gehören zwei Komponenten: Einerseits die genetische Veranlagung und andererseits Trigger-Faktoren. Früher wurde Psoriasis immer als Autoimmunerkrankung bezeichnet. Heute spricht man von einer autoinflammatorischen Erkrankung.

Wie wird Psoriasis diagnostiziert?

Dr. Skvara: Psoriasis kann über eine klinische Diagnose einfach festgestellt werden. Das heißt, dass man in der Regel keine Hautbiopsie benötigt. Psoriasis ist eine relativ häufige Erkrankung, die sich über dicke, rote, schuppende Plaques zeigt. Diese Plaques können am gesamten Körper auftreten, bevorzugter Weise findet man diese aber an bestimmten Körperstellen, wie zum Beispiel Ellenbögen, Knien aber auch die Kopfhaut, der Genitalbereich oder die Nägel können beteiligt sein.

Dr. Gruber: Es gibt auch seltenere Psoriasis-Formen, die beispielsweise an Handflächen oder Fußsohlen auftreten, mitunter schwieriger zu behandeln sind und man vielleicht auch eine Biopsie zur Diagnose benötigt. Wenn Menschen Symptome haben, ist es auch wichtig, dass sie einen Arzt aufsuchen, der sich mit Psoriasis auskennt. Eine frühe Behandlung ist absolut sinnvoll! Heutzutage muss man Schuppenflechte nicht mehr sehen oder spüren, weil man Psoriasis mit den verschiedensten Therapieformen wirklich gut behandeln kann.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es heute?

Dr. Gruber: In der Regel fahren Fachärzte eine Behandlungsstrategie, die unter anderem aus Bestrahlungen, Lokaltherapien sowie Pflegemaßnahmen mit Cremen, die cortison- oder Vitamin-A-haltig sind, bestehen können. Wenn Psoriasis und der damit verbundene Juckreiz intensiv ausgeprägt sind, leiden PatientInnen oft sehr und sind in ihrem Tun eingeschränkt. Wird die Lebensqualität dadurch verschlechtert, benötigt man mehr als nur eine Lokaltherapie.

Dr. Skvara: Psoriasis ist eine chronische Erkrankung mit aber auch schubhaften Phasen. Die Haut kann also, bedingt durch Stress, Hormone oder Infektionen auch unter gut eingestellter Therapie einmal schlechter werden. Wenn Schübe präsent sind, sollten Betroffene zum Arzt gehen, der dann vielleicht mit einer zusätzlichen Lokaltherapie diesen Schub gut eindämmen kann ohne an der Basistherapie großartig etwas ändern zu müssen.