Frau Schranz, wie verändert die Diagnose Psoriasis das Leben von Betroffenen?

Bis es zu einer Diagnose überhaupt kommt, haben PatientInnen oftmals schon eine Odyssee hinter sich. In den meisten Fällen wird Psoriasis nicht gleich erkannt und die Diagnosestellung zieht sich über Jahre. Natürlich hängt das auch davon ab, wie stark ausgeprägt die Erkrankung ist. Gerade, wenn die Schuppenflechte nur an wenigen Stellen auftritt, wird zunächst eine falsche Diagnose gestellt.

Es kann dann auch sein, dass Plaques tatsächlich verschwinden, aber später vielleicht wieder an anderer Stelle auftreten.

Inwiefern hilft hier die Vereinsarbeit von Pso Austria, um Betroffene aufzuklären?

Wir haben monatliche Treffen als Selbsthilfegruppe. Seit Jahren versuchen wir aufzuklären und Betroffene an Hautambulanzen oder Spezialisten weiterzuleiten – gerade, wenn sich Menschen nicht sicher sind. Außerdem klären wir über neue Therapiemöglichkeiten auf und der Austausch darüber ist wichtig.

Es gibt keine Therapie, die bei jedem gleich gut wirkt und für jeden geeignet ist. Auch der Austausch darüber, wie ein anderer mit der Erkrankung umgeht, ist wichtig. Die richtige Therapie für die richtige Person zu finden, ist oftmals sehr schwierig und kann eine gewisse Zeit dauern. Wenn man sich nicht sicher ist, kann man jederzeit bei uns anrufen. Wir haben auch einen Dermatologen, der uns seit 35 Jahren bei jedem Clubabend zur Verfügung steht.

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Wie sehr beeinflusst Psoriasis auch die psychische Verfassung von Betroffenen?

Das Leben dreht sich komplett um die Erkrankung. Menschen mit Psoriasis verlieren täglich Schuppen – etwa, wenn sie duschen oder auch über Nacht im Bett. Psoriasis ist eine Erkrankung, die in Schüben kommt und die nicht immer kontrollierbar ist. Das heißt, dass auch während der Arbeit Psoriasis für Betroffene ein Thema ist. Daher ist es klarerweise eine Frage, ob man dem Arbeitgeber über seine Erkrankung Bescheid gibt oder nicht.

Und natürlich ist es psychisch schwierig, wenn die Psoriasis sichtbar ist. Schließlich will man sich nicht immer erklären müssen. Es gibt viele, die schweigen oder gar nicht wirklich am sozialen Leben teilhaben wollen. Darunter leidet dann natürlich auch die Psyche! Denken Sie etwa an die Sommerzeit, wenn man schwimmen gehen möchte.

Leider passiert es immer noch, dass Menschen mit Psoriasis aus Bädern verwiesen werden, weil die fälschliche Annahme besteht, dass Psoriasis ansteckend sei. Wir haben als Verein ein Naturbad an der Alten Donau mit direktem Zugang zum Wasser, wo man als PsoriatikerIn einfach einmal nicht angestarrt wird und es keine Stigmatisierung gibt.

Warum ist es so wichtig, dass man weiß, dass man nicht allein ist und sich nicht verstecken muss?

Es ist einfach wichtig, zu wissen, dass es da jemanden gibt, der einen versteht und mit dem man sich austauschen kann. Wir bieten Infoveranstaltungen, Patiententage und Fachvorträge. Wir informieren unsere Mitglieder auch über die Möglichkeit einer vierwöchigen Kur, die vielen Menschen hilft, ihre Beschwerden zu lindern. Uns ist es auch wichtig, zu vermitteln, dass die Krankheit einen nicht einnehmen soll und dass es guttut, darüber zu sprechen. Denn nur so können ihre Mitmenschen sie unterstützen!