Wegen ihres Erscheinungsbilds nennt man diese entzündliche Erkrankung der Haut auch Schuppenflechte: Silbrig weiße Schuppen, die in runden Flächen ein verändertes Hautbild erzeugen, sehr häufig begleitet von Spannungsgefühlen und quälendem Juckreiz. Zu diesen Beschwerden kommen oft soziale und psychologische Probleme, zum Beispiel Depressionen. Denn obwohl die Erkrankung nicht ansteckend ist, führen die gut sichtbaren Hautveränderungen, kombiniert mit der Unwissenheit der Umwelt, bisweilen immer noch zur Ablehnung und Ausgrenzung von Personen mit Schuppenflechte.

Symptome

Bei der häufigsten Form der Schuppenflechte, der Psoriasis vulgaris, entwickeln sich kleinere und größere Hautrötungen, die sich unaufhörlich schuppen, bevorzugt an den Streckseiten der Gelenke, also an Ellenbogen und Knien, sowie über dem Steißbein oder an Hand und Füßen und an der Kopfhaut. Die Autoimmunreaktion richtet sich gegen bestimmte Zellen der Oberhaut, die Keratinozyten, wodurch sich der Prozess der natürlichen Verhornung der betroffenen Hautstellen stark beschleunigt.

Bei zehn Prozent der Schuppenflechte-Erkrankungen handelt es sich um die Psoriasis arthropica, eine rheumatische Form, die vor allem die Zehen- und Fingergelenke betrifft. Andere Unterformen der Psoriasis-Arthritis können auch die Wirbelsäule betreffen.

In etwa fünf Prozent der Fälle tritt eine Sonderform der Schuppenflechte auf, die vor allem an den Fußsohlen und den Handinnenflächen schmerzhafte Eiterbläschen entstehen lässt. Davon abzugrenzen ist jedoch die Psoriasis pustulosa, die ausschließlich Fußsohlen und Handflächen befällt. Sind nur die Finger- und Zehennägel betroffen, spricht man von einer Nagel-Psoriasis.

Schuppenflechte an den Beugeseiten der Extremitäten und in den Hautfalten wird als Psoriasis inversa bezeichnet. Diese Form der Psoriasis ist eher nässend als trocken und besonders im Genital- und Analbereich häufig schwer behandelbar und mit extremem Leidensdruck verbunden.

Typisch ist für diese Erkrankung auch ihr schubweises Auftreten. Einzelne Schübe können Wochen, Monate, oder auch Jahre dauern. Psoriasis kann zwar einmalig auftreten, nimmt aber üblicherweise einen chronischen Verlauf.

Ursachen

Psoriasis ist eine multifaktoriell bedingte Erkrankung. Sie hat ihre Ursache maßgeblich in einer genetischen Veranlagung in Kombination mit dem Immunsystem und bestimmten Auslösern. Die Veranlagung, an einer Psoriasis zu erkranken, ist also erblich. Sichtbar bzw. manifest wird sie allerdings erst, wenn bestimmte auslösende Faktoren, sogenannte Provokationsfaktoren, hinzukommen. Hierzu zählen Druck und Hitze genauso wie chemische Substanzen, die von außen auf die Hautoberfläche einwirken. Als innere Auslöser kommen Infektionskrankheiten und bestimmte Medikamente in Betracht.

Auch stärkerer Alkoholkonsum, Zigarettenrauchen sowie seelische Belastungen können den Hautzustand bei Psoriasis verschlechtern, wobei es in diesem Zusammenhang häufig schwierig ist, zwischen Ursache und Wirkung der Schuppenflechte zu trennen.

Die Psoriasis ist allerdings keine Erbkrankheit, sondern eine sogenannte Dispositionskrankheit: Vererbt wird nicht die Erkrankung selbst, sondern lediglich die Veranlagung (Disposition) dafür. Die erbliche Disposition zur Schuppenflechte hat ihre Ursache vermutlich in verschiedenen Genen, die zusammenwirken. Obwohl man bereits einige Anlagen auf verschiedenen Chromosomen als Beteiligte identifizieren konnte, sind die genauen Gensequenzen noch unbekannt. Neben krankmachenden Genen scheint es auch schützende Gene zu geben.

Therapie

Linderung bringen Psoriasis-Patienten verschiedene Therapieansätze: äußerlich anzuwendende Medikamente in Form von Cremes, Salben, Lotionen und Tinkturen, aber auch Medikamente zur innerlichen Einnahme und physikalische Therapieformen wie Fototherapie, Laser oder Interferenzstromtherapie. Der Einfluss der Ernährung ist bei der Behandlung der Schuppenflechte zwar nicht eindeutig nachweisbar, aber mithilfe einer ausgewogenen, vitamin- und mineralstoffreichen Ernährung kann eine Psoriasis-Erkrankung immerhin positiv beeinflusst werden. Dabei sollte jeder selbst herausfinden, welche Nahrungsmittel besonders bekömmlich für ihn sind und welche nicht.

Haut und Seele schmerzen

Psoriatiker haben aufgrund des entstellenden Charakters der Krankheit und der schmerzhaften und juckenden Hautveränderungen einen enormen Leidensdruck und eine ähnliche Reduzierung ihrer Lebensqualität wie Menschen, die an Krebs, rheumatoider Arthritis, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Depression leiden und deshalb teilweise sogar suizidgefährdet sind. Das größte Problem für die Betroffenen ist die Ausgrenzung im Alltag, die Stigmatisierung und deren psychische Folgen. Unbedingt sollte Betroffene Kontakt zu örtlichen Selbsthilfegruppen aufnehmen und versuchen, durch geteiltes Leid halbes Leid zu erfahren.