Wie kommen Sie damit zurecht, dass für Sie so viele Stoffe schädlich sind?

Man kann damit leben, aber es ist schon anstrengend. Überall muss man auf Stoffe aufpassen, die die Neurodermitis zum Blühen bringen. Das fängt bei der Ernährung an und geht weiter bei Körperpflegeprodukten und Waschmitteln. Auch Kleidung zu kaufen, ist nicht einfach: Textilien, Nieten und Knöpfe können ebenso schlimme Reaktionen hervorrufen.

Aber auch wenn man aufmerksam ist, hält das die Neurodermitis vermutlich nicht gänzlich fern?

Nein, ein Patentrezept gibt es leider nicht. Gerade wenn die Haut auf so vieles reagiert, bleibt einem gar nichts anderes übrig, als immer wieder neue Produkte auszuprobieren. Zum Beispiel habe ich vor kurzem das erste Duschgel meines Lebens gefunden, das meiner Haut nicht schadet – es riecht zwar nicht nach Kokos oder anderem, aber das ist in meiner Situation ja nebensächlich.

Wann tritt die Krankheit denn besonders stark auf?

Natürlich, wenn ich mich Stoffen, die ich nicht vertrage, besonders intensiv aussetze. Meine Haut reagiert aber zudem auf psychischen und physischen Stress – ebenso auf das Klima: Im Sommer bringt der Schweiß meine Haut zum Brennen und im Winter macht mir die trockene Luft zu schaffen. Meine Lieblingsjahreszeiten sind daher der Frühling und der Herbst.

Sie leiden schon seit Ihrer Geburt an Neurodermitis. Wie wird man damit groß?

Für mich ist es insoweit keine Einschränkung, weil ich es ja gar nicht anders kenne. Und gerade meine Mutter hat mir sehr geholfen. Vor allem die Schulzeit war aber nicht leicht: Kinder können grausam sein. So habe ich jedoch auch gelernt, selbstbewusst mit negativen Reaktionen umzugehen. Für eine Krankheit muss man sich nicht schämen.