„Es gibt keine allgemein gültige Anleitung für die perfekte Zahnsäuberung, etwa wie lang man seine Zähne putzen sollte. Bei einem Forschungsversuch wurden Zahnmedizinstudenten beim Zähneputzen gestoppt. Keiner hat es unter 10 Minuten gescha«t! Mit den üblichen 2x2 Minuten kann man die Zähne nicht gründlich reinigen.“ Falsches bzw. ungenaues Zähneputzen führt zu Karies und Entzündungen.

Bei der Prophylaxe (griechisch: „die Vorbeugung“) erfolgt eine komplette und professionell durchgeführte Reinigung der Zähne und Zahnzwischenräume mit professionellem Instrumentarium. Außerdem bekommt der Patient eine umfassende Beratung, die ihm helfen soll, sein Gebiss nachhaltig sauber zu halten. Hier kommt die sogenannte iTOP-Methode (=individuell trainierte orale Prophylaxe), die von Dr. Jiri Sedelmayer entwickelt wurde, ins Spiel. Wie der Name schon sagt, geht es dabei um eine speziell an den jeweiligen Patienten angepasste Putzmethode. Denn jeder Mensch braucht seine individuelle Zahnreinigungstechnik, um ein optimales Ergebnis zu erreichen. Die entsprechende Beratung bei der Prophylaxe-Sitzung kann daher nur durch speziell ausgebildete

Fachkräfte erfolgen, die sämtliche Zahnputztechniken perfekt beherrschen und die richtige Anwendung von verschiedenen Zahnhygieneartikeln vermitteln können.

„Viele Leute putzen mit der längst veralteten „Rot-Weiß Technik“, welche die Zähne nur dort reinigt, wo sie durch die Selbstreinigung durch Wangenschleimhaut und Zunge ohnehin schon sauber sind. Der eine Millimeter zwischen Zahn und Zahnfleisch wird dabei übersprungen. Außerdem säubern sie damit nur etwa die Hälfte der gesamten Zahnoberfläche“, so Diplom- Dentalhygienikerin Patricia Zuber. 95 % der gefährlichen Bakterien befinden sich in der anderen Hälfte, den schwerer erreichbaren Zahnzwischenräumen. Hier hat jedes Gebiss eine potenzielle Gefahrenzone für die Entstehung von Karies und Entzündungen. Um diese Stellen zu reinigen, bedarf es der richtigen Putztechnik und der richtigen Hilfsmittel, wie in der passenden Größe ausgewählte Zahnzwischenraumbürsten oder Zahnseide, wenn die Zwischenräume sehr eng sind.

Implantat-Experte Dr. Alfred Zuber empfiehlt auch für Menschen mit Zahnimplantaten eine regelmäßige Mundhygiene-Sitzung (alle 3 Monate in den ersten beiden Jahren): „Viele glauben, bei künstlichen Zähnen braucht man sich um Mundhygiene weniger oder gar nicht mehr zu kümmern. Aber die Nachsorge und Pflege der Implantate ist enorm wichtig, denn auch mit künstlichen Zähnen ist man nicht sicher vor Entzündungen an Zahnfleisch und Knochen. Es kann zu Periimplantitis (Entzündung rund um das Implantat) und zum Verlust des Implantates kommen.“

DDH. Particia Zuber hat folgende Tipps für alle, die noch nie eine Prophylaxe- Sitzung hatten: „Zähne putzt man dort, wo sie schmutzig sind und so lange, bis sie sich glatt anfühlen. Als Zahnbürste empfehle ich die sogenannte „Solobürste“ (Einbüschelbürste). Mit ihr wird jeder Zahn einzeln geputzt, wodurch wahrscheinlich die gründlichste Reinigung erreicht werden kann.

Der Bürstenkopf sollte im Winkel von 45 Grad zwischen Zahnkrone und Zahnfleisch und mit möglichst wenig Druck angesetzt werden. Zähne muss man streicheln und nicht schrubben.“ Von elektrischen Zahnbürsten ist die Dentalhygienikerin nicht überzeugt: „Elektrische Zahnbürsten putzen mechanisch und sind auf längere Sicht zahnsubstanzschädigend.

Wer nicht auf den Komfort verzichten möchte, sollte lieber zur e«ektiveren und schonenderen Schallzahnbürste greifen.“