Wie 300.000 andere ÖsterreicherInnen bist auch du von Psoriasis betroffen. Wie geht es dir aktuell damit?

Im Moment geht es mir ganz gut. Das liegt vielleicht auch an meiner Schwangerschaft. Zumindest hat sich die Schuppenflechte seither ein bisschen beruhigt. Ich hatte zunächst Angst, weil ich nicht genau wusste, wie es werden wird, wenn ich keine Medikamente oder Cremes verwende. Aber es ist ja auch noch nicht Winter – und da ist es immer am schlimmsten.

Es gibt also auch saisonale Unterschiede, wie stark du deine Erkrankung spürst?

Ja, wenn in der Heizsaison die Luft in den Räumen sehr trocken und der Unterschied zwischen Hitze drinnen und Kälte draußen groß ist. Das spüre ich sehr stark und meine Haut reagiert dementsprechend darauf.

Wie bist du überhaupt darauf gekommen, dass du Psoriasis hast bzw. welche Symptome sind bei dir aufgetreten?

Ich hatte zum ersten Mal Symptome bekommen, als ich 16 Jahre alt war. Ich war bei verschiedenen Ärzten, weil ich Schuppen am Haaransatz und an den Ohren hatte. Damals dachte ich mir, dass ich einfach sehr trockene Haut hätte. Wenn dann auf einmal von Schuppenflechte gesprochen wird, denkst du dir irgendwie „Iiiiii“. Es klingt einfach nicht sehr schön – gerade für eine 16-Jährige.

Psoriasis ist eine Autoimmunerkrankung, von der die meisten gar nicht wirklich wissen, was dieser Zungenbrecher überhaupt bedeutet. Wie war das bei dir?

Ich wusste zunächst auch nicht, was Psoriasis genau ist. Die Ärzte haben mir Broschüren mitgegeben und ich habe begonnen, über Psoriasis nachzulesen und mich zu informieren. Ich habe dann gemerkt, dass Schuppenflechte wirklich eine Krankheit ist und ich jetzt auf mich aufpassen muss, gerade hinsichtlich Ernährung und Stress. Das sind aber natürlich auch grundsätzlich Dinge, auf die Jede und Jeder achten sollte!

Schuppenflechte ist zwar nicht heilbar, lässt sich aber sehr gut behandeln. Welche Behandlungen und Therapien hast du schon ausprobiert?

Ganz am Anfang habe ich mit einer Lichttherapie begonnen, danach relativ wenig gemacht und anschließend verschiedene Cremes ausprobiert. Damit hatte ich eine Zeit lang alles sehr gut im Griff. Natürlich musste ich, wie auch jetzt, immer aufpassen, welche Hautpflegeprodukte ich verwende, weil diese nicht parfümiert sein dürfen. Ich merke, dass die Haut einfach sehr sensibel reagiert.

Ich habe auch einmal über einen nicht sehr langen Zeitraum leicht dosierte Cortisonspritzen bekommen. Das habe ich einerseits gegen die Psoriasis und andererseits wegen einer sehr starken Allergie verordnet bekommen. Damit wurde es natürlich nur kurzfristig besser. Und die Psoriasis ist danach stärker zurück gekommen als zuvor.

Stichwort Stress: Psoriasis-PatientInnen leiden oftmals ja nicht nur an den körperlichen Symptomen, sondern da schwingt immer auch eine psychische Komponente mit, oder?

Das glaube ich auf jeden Fall! Die Haut ist eben der Spiegel der Seele – genau das hat auch ein Arzt damals zu mir gesagt, als bei mir Psoriasis diagnostiziert wurde. Wenn man Stress hat, ist es bei mir zumindest stärker. Wenn ich im Urlaub und total relaxed bin, werden natürlich die Symptome viel weniger. Auch das Meerwasser tut sehr gut – unserer Seele und unserer Haut.

Du schaffst es also über einen gewissen Ausgleich bzw. Lebensstil, dich im wahrsten Sinne des Wortes in deiner Haut wohlzufühlen?

Ja, das versuche ich! Aber das sollte man ja eigentlich immer versuchen! Ernährung, Trinken usw. ist super wichtig. Es klingt nach 0815, aber es ist einfach genau das! Wenn man auf sich schaut, dann geht es einem gut und man fühlt sich auch besser. Wenn du dich gesund ernährst, dann fühlst du dich einfach auch toll. Und genauso ist es mit der Haut!

Du bist ja als Moderatorin in einem Arbeitsfeld tätig, in dem man quasi ständig beobachtet wird. Psoriasis ist bei dir aber nicht wirklich sichtbar, oder?

Ich habe das Glück, das ich Psoriasis bislang nicht großflächig hatte. In den unterschiedlichen Lebensphasen hatte ich es übrigens an unterschiedlichen Stellen. Mit Anfang/Mitte 20 waren meine Ellenbogen stark betroffen – das habe ich mittlerweile gar nicht mehr. Während meiner Matura-Zeit hatte ich es am Haaransatz und im Nacken sehr sehr stark. Dafür habe ich es jetzt beim Haaransatz und hinter und in den Ohren. Es tritt eben immer irgendwo auf ...

Kannst du die Erkrankung auch ab und zu vergessen, etwa im Alltag oder in der Freizeit?

Ja, deshalb passiert es auch, dass man ab und zu an den schuppigen Stellen kratzt. Man ist vielleicht eitel und möchte einfach keine Schuppen haben. Es ist mir persönlich aber schon jeden Tag bewusst, dass ich Psoriasis habe.

Du gehst mit deiner Erkrankung sehr offen um. Wie kann man anderen Betroffenen Mut machen, das auch zu tun?

Ich habe es ja lange nicht öffentlich gemacht. Irgendwann habe ich dann aber gemerkt, dass es einfach so viele Menschen gibt, die Psoriasis haben und dafür muss man sich nicht genieren oder schämen. Wir sind alle nicht allein damit! Wenn Menschen wissen, dass sie nicht die einzigen sind, die an Psoriasis leiden, dann geht es ihnen schon besser. Als ich vor einem Jahr einen Beitrag über meine Erkrankung in Café Puls gedreht habe, hat mich danach so viel positives Feedback erreicht.

Junge und alte Menschen haben mir gesagt, dass sie es toll finden, dass ich so offen darüber rede und dass sie es jetzt auch tun wollen. Vielleicht war es auch eine Motivation zu sehen, dass ich an Psoriasis leide, aber trotzdem im Fernsehen arbeite. Es war wirklich schön, so viel tolles Feedback zu erhalten. Das habe ich selten so intensiv erlebt, wie nach diesem Beitrag. Das freut mich wirklich sehr. Immerhin ist das doch etwas sehr Privates.