Wieso redet die Frau beim Herbstspaziergang ständig von Brettern in allen Farben? Warum höre ich die Vögel heute nicht zwitschern? Weshalb nuschelt der Nachrichtensprecher so? Fragen, die sich Menschen stellen, die mit Hörminderung konfrontiert sind. Entlang der sogenannten Hörbahn-Degeneration sind es oft die hohen und leisen Töne, die zuerst wegbleiben. Es folgen tiefere Töne – und irgendwann wird es schwer, einer Unterhaltung zu folgen und daran teilzuhaben.

Ursachen und Verlauf von Hörproblemen

Die Hörminderung nach Flugreise, Konzert oder Ohrentzündung geht meist vorüber. Zunehmend klagen jedoch junge Leute über anhaltende Hörprobleme. Verantwortlich dafür ist der moderne Lifestyle, der oft zu laut für empfindliche Organe wie die Ohren ist: Der Wasserkocher brummt morgens mit 70 Dezibel (dB), der Kühlschrank Tag und Nacht mit 50 dB, der Straßenverkehr an einer Kreuzung kommt auf 85 dB und die Musik aus dem Kopfhörer auf 100 dB.

85 dB gelten als Schallpegelgrenze – alles was lauter ist, schadet. Anhaltend starker Dauerschall beziehungsweise kurze Höchstbeschallung können die Haarzellen im Innenohr mit ihren feinen Härchen dauerhaft zerstören. Der Hörschaden ist dann nicht mehr heilbar, ebenso wenig wie eine angeborene Schwerhörigkeit. Auch das Alter bringt oft zunehmende Hörprobleme mit sich.

Hörminderung rechtzeitig erkennen und behandeln

Wer Radio und Fernsehen oft lauter dreht, nachfragen muss, was gesagt wurde, einem Gespräch in der Gruppe nicht mehr folgen kann oder gar auf mögliche Hörprobleme angesprochen wird, der sollte zügig handeln. Ein Hörtest belegt das aktuelle Hörvermögen, bringt FachärztInnen auf die Spur möglicher Ursachen für die Hörminderung und führt zu passenden Therapien beziehungsweise Hörhilfen.

Moderne Hörgeräte verschaffen Gehör und Zugehörigkeit

Moderne Hörhilfen sind Hightechgeräte, die sich in nur Bruchteilen von Sekunden automatisch auf aktuelle Geräuschkulissen einstellen – das macht das Hören weniger anstrengend. Dabei sind die winzigen Hörhilfen kaum sichtbar. Dank Bluetooth-Technologie lassen sie sich heute problemlos mit Smartphone oder Fernseher verbinden.

Der Ton wird dann in Stereo-Qualität direkt in die Ohren gestreamt. Nervige Störgeräusche im Hintergrund bleiben außen vor. Die Bedienung der Hörhilfen ist einfach, so dass Groß und Klein damit klarkommen. Starke Akkus garantieren allzeit Gehör und damit Zugehörigkeit, denn dank der Hörhilfen können Betroffene wieder mithören, mitreden und mitmachen.

So finden Sie das Hörgerät für Ihre Ohren

Betroffene haben die Wahl zwischen Hörgeräten, die entweder hinterm Ohr oder nahezu unsichtbar im Ohr sitzen, sogenannte Implantate. Welches Gerät zu einem passt, darüber entscheiden FachärztInnen nach der Prüfung des Hörvermögens und der Form des Gehörgangs. Die Versorgung mit Hörhilfen übernehmen Hörgeräteakustiker. Es macht Sinn, sich einen Akustiker in der Nähe zu suchen, denn dessen Betreuung wird lebenslang gebraucht.