Die Unterschiede zwischen den einzelnen Aggregatzuständen bestehen in der zugeführten Energie. Wird Eis erhitzt, schmilzt es zu Wasser, und erhitzt man dieses weiter, entsteht Wasserdampf, also Gas. Wird Gas weiter erhitzt, entsteht Plasma, ein hochenergetischer Zustand. Die bekanntesten Plasmaströme auf der Erde sind beispielsweise das Polarlicht oder ein Gewitterblitz.

Erforscht und geprüft

In der medizinischen Forschung wurde in den vergangenen Jahren die sogenannte kalte Plasmaenergie immer interessanter. Hier wird mit einem Plasmagerät Luft oder ein Edelgas wie Argon ionisiert. Der so erzeugte Plasmastrom kann dann gezielt auf die Haut aufgebracht werden.

Seit etwa zwei Jahren setzen vornehmlich HautärztInnen die Erhitzungsmethode auch zur Gesichtsstraffung ein. Da die Behandlungen für KundInnen schmerzhaft sind, werden die Zonen vorher lokal betäubt. Plasmabehandlungen, die Hautverbrennungen verursachen, sind freilich nicht erlaubt. Regelmäßig bewerten deshalb Gesundheitsämter und Regierungspräsidien dies als erlaubnispflichtige Heilkundeausübung einschließlich der örtlichen Betäubung durch Lokalanästhetika.

Unterschiedlich angewendet

Der Unterschied zwischen medizinischem und kosmetischem Plasma liegt in der Stärke der zugeführten Energie. Wo medizinisches Plasma mit 1,8 Ampere und mehr die Haut verbrennt, gleitet kosmetisches Plasma mit 0,8 Ampere über die Haut. Entscheidend ist die Wirkresonanz auf die Hautzellen. Mit kaltem, kosmetischen Plasma lassen sich Resultate mit liftingähnlicher Wirkung erreichen.

Manchmal braucht es dadurch zwei bis drei Anwendungen mehr, Hauptsache die Behandlung ist für KundInnen angenehm. Gut geeignet ist die kosmetische Plasmaanwendung bei Hautunreinheiten, Couperose oder Falten und zur Glättung und Straffung der Hautoberfläche. Auch die Entfernung von Tattoos, Pigmentstörungen, Dermatofibromen, Milien, Angiomen, Keratosen u.ä. wird dadurch ohne Operation möglich.

Tiefenwirksam

Gesunde menschliche Zellen verfügen entlang der Zellmembran über eine bestimmte elektrische Ladung. Im Inneren der Zelle herrscht eine negative, an der äußeren Zellwand eine
 positive Ladung. Durch dieses Ladungsgefälle wird zum einen die dünne Zellmembran stabilisiert, zum anderen sorgt dieses Ladungsgefälle für die Zufuhr von Nährstoffen in die Zelle hinein und gleichzeitig für den Abtransport von Abfallstoffen.

Doch mit zunehmendem Alter, durch Krankheit, Stress oder Umweltbelastungen lässt das Spannungspotenzial nach, der Zellstoffwechsel reduziert sich. Die Flüssigkeitszufuhr lässt nach, die Zelle trocknet aus, beginnt zu schrumpfen. Der Gewebsverband wird instabiler in der Tiefe, auf der Oberfläche zeigen sich Linien, Fältchen und Falten.

Das kosmetische Plasmastreaming aktiviert dann einen Ionenstrom, der das Ladungspotenzial innerhalb und außerhalb der Zellen wieder ins Gleich
gewicht bringt. Die einzelne Zelle steigert ihre Fähigkeit zum Zellstoffwechsel, saugt wieder mehr Feuchtigkeit auf und wird dadurch praller und voluminöser. Hauterneuerung und Wundheilung bzw. die narbenfreie Heilung werden angeregt.

Großflächig und punktgenau

Kosmetische Plasmabehandlungen lassen sich variieren – zum Beispiel großflächig mit einem Rundapplikator zur Straffung von Hals und Gesicht oder punktuell mit dem Spitzapplikator etwa an den Augenlidern, gegen Tränensäcke, Pickel und Narben. Am häufigsten verlangen KundInnen komplette Behandlungen.

Diese beginnen mit der großflächigen Energetisierung der Gewebe. Danach lassen sich detailgenau die spezifischen Problemzonen des jeweiligen Kunden 
bearbeiten – etwa tiefe Stirnfalten, Plisseefältchen, Augenlider oder Zonen mit ausgeprägten Unreinheiten, Flecken oder Narben. Außerdem lassen sich mit den Spezialapplikatoren fettfreie Plasmagele entsprechend der Hautanalyse wirkverstärkend einbringen.

Bewährte Plasmagele enthalten Einzelkomponenten wie etwa Silber, Aloe vera, Gorgonie oder plasmataugliche Peptide und Hyaluronsäure.

Nebenwirkungsarm

Nach einer Behandlung können Stellen lokal anschwellen und müssen dann einfach nur gekühlt werden. Möglicherweise treten in den ersten drei Tagen Ödeme auf, auch bildet sich nach ein bis zwei Tagen Schorf – ganz normale Vorgänge der Wundheilung, die nicht behindert werden dürfen. Der Schorf fällt dann bereits nach fünf bis sieben Tagen wieder ab. Lediglich eine Rötung der behandelten Haut kann maximal zwei bis drei Wochen nach dem Schorfabfallen anhalten.