Im Winter hat unsere Haut besonders viel zu tun. Wohlig warm beheizte Räume mit vorwiegend trockener Luft wechseln sich mit schneidend kalter Umgebungsluft ab, sobald man das Haus verlässt. Trotzdem soll die Haut weiterhin Sauerstoff aufnehmen, den Wärmehaushalt des Körpers regulieren und UV-Strahlen verarbeiten.

Wer es ihr dabei leicht machen möchte, greift zu einer Pflege mit möglichst wenig Wasser. »Die Grundlage für Winterpflegeprodukte muss Wasser in Öl sein,« weiß Univ.Prof.Dr. Eva-Maria Kokoschka, Vorstand der Arbeitsgruppe für Ästhetische Dermatologie. Denn sobald wir uns in die Kälte begeben, wandelt sich auch Wasser, das von der Haut aufgenommen wurde, in Eis. Daraus resultieren Mini-Erfrierungen. Und das bereits ab Temperaturen von Null Grad. »In solchen Fällen entsteht ein Hautschaden, der bleibt. Jeder kennt Kinder mit tiefroten Backen, die einem dann übrigens auch im Erwachsenenalter erhalten bleiben. Ursache sind kleine Erfrierungen der Haut,« sagt die Expertin.

 

Besonderer Schutz für Kinderhaut

Für Kinder empfiehlt die Dermatologin daher „Cold-Cremes“, denen das Wasser vollständig entzogen wurde. Kinderhaut ist besonders dünn, hat noch keinen natürlichen Talgfilm als Schutz gebildet und das Gefässsystem ist wenig flexibel. Daher benötigt sie besondere Unterstützung bei Aktivitäten an der kalten Luft.

 

Haut-Tipps für die kalte Jahreszeit

Generell gilt: Wenn die Luft trockener wird, sollte die Anreicherung der Haut mit Pflegestoffen durch ölhaltige Seifen und Reinigungsmittel intensiviert werden. Einmal täglich eine rückfettende Pflegecreme zu verwenden ,verwöhnt die Haut besonders. Ein Zusatz von bis zu 3% Urea verhindert dabei das innere Abdunsten von Feuchtigkeit.

Wer sich für Vitamin E und C als Zusatz entscheidet, sorgt dafür, dass Schadstoffe und freie Radikale großflächig geblockt werden. Sparsam sollte man hingegen Pflegepeelings einsetzen. »Bei Peelings wird ein Teil der

Hornschicht der Haut entfernt. Das reinigt zwar das Hautbild - gleichzeitig sorgt die Hornschicht jedoch dafür, dass Sonnenlicht reflektiert wird und die Haut kältebeständig bleibt. Wird diese Schutzschicht irritiert, ist die Gesichtshaut vor UV-Strahlen und Kälte nicht hinreichend geschützt,« erklärt Dr. Kokoschka.

 

Vorsicht in hohen Lagen

Wer es genießt die Pisten hinabzusausen oder ausgedehnte Spaziergänge in verschneiter Landschaft zu unternehmen, sollte auf Schutz mit hohem Lichtschutzfaktor nicht verzichten. Die UVBStrahlung nimmt pro 1000 Höhenmeter um 20 Prozent zu, die Schnee-Reflektion kann diese Einwirkung um bis zu 90 Prozent verstärken. Dabei gilt: Hände weg von Sommer-Cremen! »Diese sind auf Wasser-Basis aufgebaut, im Winter sollte die Basis jedoch unbedingt Öl sein,« rät die Ärztin.

Die Dermatologin rät ab 1000 Höhenmetern zu einem Mindest- Lichtschutzfaktor 40, unabhängig vom Hauttyp. Wer sich mit dieser Pflege auf Winter-Ausflüge begibt, dem ist der Dank durch ein gesundes, frisch wirkendes Hautbild sicher.