Was zeichnet die heimischen Apotheker im Bereich Dermatologie besonders aus?

Für uns ist die persönliche Beratung besonders wichtig. Wir sind oft die erste Anlaufstelle für PatientInnen, weil wir zu normalen Öffnungszeiten immer verfügbar sind. Wenn KundInnen zu uns in die Apotheke kommen, wird ihnen persönlich geholfen – das heißt, es wird auf deren Wünsche und Anliegen sehr individuell eingegangen. Wir erfragen sehr viel, um umso konkretere Empfehlungen abgeben zu können.

Wie wird entschieden, welches Produkt wirklich das Optimum bringt?

Hier gilt es zwei Dinge zu unterscheiden: Zum einen gibt es den kosmetischen Bereich, wo wir über diverse Produkte verfügen, etwa für trockene oder fettige Haut. In diesem Bereich sprechen wir von KundInnen. Zum anderen gibt es die so genannte Problemhaut. Dann sprechen wir von PatientInnen, die von einem Dermatologen zu uns überwiesen werden, der ihnen entsprechende Hautpflege oder Behandlungsmittel verschrieben hat. Wir fertigen diese nach den speziellen Anweisungen des Arztes an.

Wie sieht dabei das Verhältnis zwischen Arzt und Apotheker aus?

Der Dermatologe sieht den Patienten. Wenn ein Mensch ein Problem mit seiner Haut hat, etwa einen Ausschlag oder Neurodermitis, also eine echte Erkrankung, dann geht er zum Dermatologen, der eine Diagnose erstellt. Aufgrund dieser Diagnose behandelt er den Patienten. Da die Haut sehr individuell ist, muss die Therapie genau angepasst werden. Diese Anpassung schreibt er auf ein Rezept und wir als Apotheker kümmern uns darum. Das heißt magistrale Zubereitung, weil sie in der Apotheke stattfindet.

Abgesehen davon gibt es viele Menschen, die zu bestimmten Jahreszeiten unterschiedliche Hautprobleme haben. Das kann eine besonders trockene oder sehr fettige Haut sein, viele haben aber auch einen Mischtyp der Haut. Um diesen Anforderungen zu entsprechen, gibt es hochwertige kosmetische Produkte. Hier ist der Apotheker gefragt, der im Gespräch mit dem Kunden eruiert, welches Problem vorliegt und wie es am besten behoben werden kann.

Wie kann man sich ein solches Gespräch in der Praxis vorstellen?

Wir sprechen mit den Kunden über ihre Situation, ihre Bedürfnisse und Wünsche und stellen ihnen aus der Erfahrung und dem Wissen heraus präzise Fragen, um das jeweils vorliegende Problem möglichst genau einzugrenzen und zu definieren. Dazu kommt, dass es sich oft um Stammkunden handelt. Mit der Zeit kennt man die Kunden gut und kann sehr schnell für den Kunden sichtbare Ergebnisse erzielen, weil er eben genau auf ihn zugeschnittene Produkte empfohlen bekommt. Darüber hinaus bieten wir vielfach die Möglichkeit, mit speziellen Geräten Hautanalysen durchzuführen, um etwa den Feuchtigkeits- oder Fettgehalt einer Haut wirklich exakt festzustellen. Diese Messungen helfen ebenfalls dabei, noch genauer abgestimmte Produkte zu finden.

Gibt es Jahreszeiten, in denen besonders viele Probleme auftreten?

Nein, das glaube ich nicht. Je nach Hauttyp variieren die Probleme entsprechend den klimatischen Umständen, im Winter etwa durch die Temperaturunterschiede zwischen draußen und drinnen. Die Heizungsluft trocknet die Haut aus, die manchmal auch gerötet sein kann. Im Frühjahr und Sommer ist wiederum ein Sonnenschutz besonders wichtig. Das betrifft natürlich jeden Hauttyp, allerdings mit unterschiedlichem Schutzfaktor. Trotzdem hat nicht jeder Mensch zu jeder Zeit die gleichen Probleme. Wir können die Anforderungen der Haut aber versuchen zu erkennen und entsprechend reagieren.