Karin Hafner, Sie betreiben das Portal Hautinfo.at. Was hat Sie dazu bewogen?

Ich leide schon mein Leben lang an Neurodermitis. Für mich ist meine kranke Haut, die mal mehr, mal weniger Symptome zeigt, also Normalzustand. Ich habe mich stets vielfältig über mein Leiden informiert und nahezu alles probiert, was Hilfe dagegen versprach. Dabei fühlte ich mich jedoch allein, in der Familie und im Freundeskreis gab es niemanden mit einer Hauterkrankung.

Als ich vor ein paar Jahren das erste Mal am Toten Meer kurte, traf ich dort viele Menschen mit einem Hautthema. In Gesprächen erkannte ich, dass wir gleiche Probleme, Sorgen und Ängste teilten.

Ich beschäftigte mich näher mit dem Thema Austausch und stellte schnell fest, dass eine Fülle an Informationen zum Thema Haut da war: Ich fand gefühlt tausende Therapien, Salben, Cremes, die alle die Lösung versprachen. Was fehlte, war aber eine Schnittstelle, die seriöse Informationen bündelte. So kam die Idee mit Hautinfo.at auf – eine seriöse Plattform, die viele Informationen bietet oder zu solchen verlinkt, Praxistipps gibt und über Produkte informiert.

Wie viel Herzblut stecken Sie in das Portal – was bedeutet es Ihnen?

Das Portal ist mein Baby – das sagt alles, oder? Ich habe anfangs Tag und Nacht daran gearbeitet. Längst bin ich nicht mehr allein, wir sind ein eingespieltes Team und haben eine ganze Reihe von Hautexperten aus Wissenschaft und Praxis gewonnen, mit denen wir gemeinsam unsere inzwischen 100.000 Leser pro Monat über Neurodermitis, Psoriasis (Schuppenflechte), Akne und Allergien informieren.

Wobei für uns immer der Mensch mit seinen Gefühlen, Sorgen und Ängsten im Mittelpunkt steht. Es geht uns um Lösungen und Hilfestellungen rund um die Haut selbst, darum, die mit kranker Haut einhergehenden physischen und psychischen Symptome besser zu verstehen, darum, sich in der eigenen Haut wohler zu fühlen – auch wenn diese krank ist.

An wen richten Sie sich mit dem Info-Portal?

Mir lag von Anfang an neben dem Wissenstransfer auch am Herzen, dass Hautinfo.at zu einer Kommunikationsplattform zwischen Betroffenen, ihrem Umfeld, Medizinern und Therapeuten wird. Das zugehörige Forum bietet Raum für Fragen und Antworten, unter Betroffenen und zwischen Betroffenen und Experten – frei nach dem Motto: Alles, was hilft, hat eine Berechtigung.

Mit welchen Problemen haben es von Hauterkrankungen Betroffene im Alltag zu tun?

Die Probleme sind vielfältig und individuell. Viele haben einen langen Leidensweg hinter sich, bis sie an wirkungsvolle Therapien und Pflegemittel gelangen. Menschen mit einem Hautproblem fühlen sich oft einsam und allein – ganz so wie ich einst.

Die Erkrankung macht Betroffenen einerseits das Leben und Zusammenleben mit hautgesunden Menschen schwerer: Die kranke Haut wirkt nicht selten als Beziehungsbremse. Andererseits wird oft unterschätzt, wie schwierig es ist, als Eltern, PartnerIn oder FreundIn mit dem Hautproblem einer geliebten Person umzugehen. Unsicherheit und Hilflosigkeit können auch die Angehörigen sehr belasten. Hautinfo.at hat sowohl für Betroffene als auch für deren Umfeld Tipps für den alltäglichen Umgang mit kranker Haut.

Wie hilft Ihr Portal Betroffenen konkret?

Ich habe selbst erfahren, dass belastende Gedanken loszuwerden sowie das Teilen von Erlebnissen und Erfahrungen mit Gleichgesinnten langfristig zur Linderung der Beschwerden beitragen.

Hautinfo.at ist inzwischen jedoch mehr als nur eine reine Internetseite! Wir holen unsere Leser virtuell ab und unterstützen sie im realen Leben mit schwerpunktorientierten Veranstaltungen. Dort bekommen Sie Wissen vermittelt und lernen in ungezwungener Atmosphäre andere Betroffene kennen, tauschen sich aus und helfen einander weiter.

Solche Thementreffen veranstalten wir regelmäßig in Wien und neuerdings auch in Linz. Die Besucherzahlen auf der Seite und auch auf den Veranstaltungen spiegelt das wachsende Interesse an unserem Hau(p)tthema wieder.

Weitere Infos unter www.hautinfo.at!