Auch dem Menschen wachsen sie auf der gesamten Hautoberfläche mit Ausnahme von Handflächen, Fingerinnenseiten, Fußsohlen, Brustwarzen und dem roten Teil der Lippen.

Zu unterscheiden sind dabei das Kopfhaar, die Schambehaarung und die übrige Körperbehaarung mit jeweils verschiedenen Funktionen. Während Kopfhaar, Schamhaar, Wimpern und Augenbrauen aus Terminalhaar bestehen, also dem vollständig ausgebildeten und pigmentierten Haar, ist der restliche Körper von Vellushaar, einem Flaumhaar, bedeckt, das nur kurze, dünne Fasern mit sehr geringer Pigmentierung aufweist und während der Pubertät durch Androgene vor allem im Genital- und Axillarbereich in Terminalhaar umgewandelt wird.

Aufbau

Die Struktur eines solchen Terminalhaares verrät die enge Verwandtschaft mit den Schuppen von Reptilien und Vogelfedern. Es gleicht einem dünnen Faden, besteht aus verhornten Zellen und wird als Haarschaft bezeichnet.

Diese Schuppenschicht umschließt die Faserschicht (Cortex), welche wiederum das Mark ummantelt und quasi den substanziellen Teil des Haares bildet, der aus Proteinen, Keratin und Pigmenten mit dem Farbstoff Melanin besteht. Dieser Haarschaft entsprießt der Haarwurzel, die im Follikel, einer winzigen Einbuchtung in der Haut, eingebettet ist. An dessen Basis sitzt die Haarzwiebel, in der die einzelnen Bestandteile des Haares zusammengesetzt und zum Wachstum gebracht werden.

Funktionen

Haare dienen vor allem der Wärmeregulation des Körpers. Krauses Haar schützt dabei besser vor Überhitzung als glattes, weil Luft ständig hindurchwehen kann. Wimpern und Härchen in Nase und Ohren bewahren die Sinnesorgane vor eindringenden Fremdkörpern und Augenbrauen schützen die Augen vor herabtropfendem Schweiß.

An ihren Wurzeln sind Haare außerdem von unzähligen Nerven umgeben, die sie zu Sinnesorganen macht, die Berührungsreize weitergeben. Und sie wirken als Lichtschutz, indem sie UV- und Infrarotlicht absorbieren. Nicht zuletzt ist das Haar auch ein wesentlicher sexueller Signalgeber. Schönheitsideale haben viel mit der Behaarung zu tun und wandeln sich in der Kulturgeschichte des Menschen permanent.

Haarentfernung

Während noch in den späten 60ern des vergangenen Jahrhunderts jedes Körperhaar lustvoll zur Schau getragen wurde, entwickelten sich die Vorstellungen von Schönheit immer mehr zu weniger: weniger Fleisch, weniger Rundung, weniger Behaarung. Um dem gemeinen Körperhaar an Bein, Intimbereich, Oberlippe oder Achselregion zu Leibe zu rücken, gibt es mittlerweile recht verschiedeneTechniken, verschieden schmerzhaft, aber auch verschieden dauerhaft.

Methoden der Depilation, z.B. die Rasur, schneiden das Haar nur oberflächig ab; es wächst schnell und kräftig nach. Beim Epilieren dagegen wird das Haar ausgerissen, das Haarwachstum verlangsamt sich und nachwachsende Haare werden dünner, unauffälliger und weicher, die Haut bleibt länger glatt. Dafür stehen heißes oder kaltes Wachs, Halawa, eine klebrige Zuckerpaste, Rasiercremes oder elektrische Epilierer zur Verfügung.