Mit durchschnittlich 2 qm und 10 kg stellt die Haut das größte Organ des Menschen dar und ist ein wahres Multitalent: Sie schützt, duftet, schwitzt, riecht, kommuniziert und fühlt, ohne dass wir Menschen aktiv darüber nachdenken. Dabei regeneriert sie sich rund um die Uhr, indem sie in der untersten Hautschicht permanent neue Zellen bildet und die Zellen aus der obersten Schicht wieder abstößt.

So verliert jeder Mensch am Tag ca. 10 Gramm Hautschuppen, was 300 kg im Leben ausmacht. Mit dieser Technik ermöglicht sie uns jederzeit einen intakten Schutz vor Umwelt, UV-Strahlen und Krankheitserregern.

Ein Multitalent

Die zahlreichen Funktionen unserer Haut sind erstaunlich: Die Gänsehaut bildet mit Muskeln und Härchen ein Luftpolster, um uns vor Kälte zu schützen; das Schwitzen kühlt uns ab und reguliert die Körpertemperatur; der Duft unserer Haut lockt unterbewusst Sexualpartner an; bei der Berührung von Haut auf Haut wird das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet, was uns geduldiger macht und entspannt. Nach neuesten Erkenntnissen kann unsere Haut sogar hören. Sie ist ein Multitalent und Mediziner auf der ganzen Welt bringen kontinuierlich neue Funktionen ans Tageslicht. 

Die richtige Pflege

Mit Blick auf die große Masse der verfügbaren Kosmetikprodukte stellt sich die Frage, wie viel Pflege unsere Haut wirklich benötigt. Die Antwort von Dermatologen ist: „Nicht viel!“, denn unsere Haut versorgt sich selbst. So sind beispielsweise die unbeliebten Talgdrüsen auf der Nase dafür da, unser Gesicht mit Feuchtigkeit zu versorgen.

Ein anderes Beispiel ist die Haut im Ohr, die das notwendige Ohrenschmalz selbst produziert, um sich vor Eindringlingen zu schützen. Unsere Haut ist ein Multitalent, das sich im gesunden Zustand selbst versorgt – es sei denn, wir waschen alle Helfer weg. Dies ist in Zeiten des Überangebots ein gegenwärtiges Risiko. Wird zunächst alles Natürliche von unserer Haut weggewaschen und dann mit künstlichen Substanzen nachgecremt, kann es zu Irritationen kommen.

Dermatologen raten davon ab, sich zu häufig zu waschen und aggressive Produkte zu nutzen, denn dadurch wird die natürliche Bakterienflora unserer Haut aus dem Gleichgewicht gebracht. Bei der Wahl der Seife sollte optimalerweise ein pH-hautneutrales Produkt gewählt werden, um den natürlichen Säureschutzmantel der Haut zu erhalten. Fazit: Weniger ist mehr.

Gute Chancen auf Heilung

Dermatologen raten ein Mal pro Jahr zum Vorsorge-Check zu gehen. Dabei werden zum einen Muttermale und deren Veränderungen geprüft, zum anderen wird die Haut allgemein nach Auffälligkeiten gescannt. Werden Hautkrankheiten frühzeitig erkannt, gibt es gute Chancen auf Heilung.

Außerdem lassen Hautveränderungen häufig auf vorgelagerte Krankheiten oder Ungleichgewichte schließen, die frühzeitig therapiert werden können. Aktuell sind ca. 2.000 Hautkrankheiten bekannt. Zu den häufigsten Hautkrankheiten zählen Akne, Hautkrebs, Neurodermitis, Warzen, Ekzeme und Schuppenflechten. Häufig wird die Haut als Spiegel unserer Seele bezeichnet, da sie sensibel auf innere und äußere Einflüsse reagiert.

So können Stress oder eine einseitige Ernährung, Rauchen und Alkohol eine negative Auswirkung auf unser Hautbild haben. Mediziner sprechen von modernen Einflüssen, denen die Haut heute ausgesetzt ist. Den Großteil der Menschheitsgeschichte war unsere Haut weder Feinstaub noch Weizen oder Kosmetik ausgesetzt, insofern kommt es zu neuen Zivilisationskrankheiten.

Um die Haut langfristig positiv zu unterstützen, raten Experten, Sonne nur geschützt zu genießen, nicht zu viel Zucker, Kohlenhydrate und Milch zu sich zu nehmen und stattdessen häufiger frisches Gemüse zu essen. Auch Bewegung an der frischen Luft und ausreichend Schlaf fördern ein gesundes Hautbild.