Solange sie einwandfrei funktionieren, beschäftigen wir uns relativ wenig mit ihnen: unseren Augen. Wir schützen sie dekorativ mit stylischen Brillen vor der Sonne, manche Menschen schminken sie fleißig und bereits bei der Geburt von Menschen stellt sich die große Frage nach der Augenfarbe. Unsere Augen begleiten uns von morgens bis abends – ein ganzes Leben lang. Wir stehen auf, öffnen die Augen und sehen.

Selbstverständlich scheint diese Tatsache. Beschäftigt man sich mit den Details, wird einem bewusst, dass diese kleinen Kugeln in unserer Augenhöhle jeden Tag für uns Meisterleistungen vollbringen. Die Vielzahl der Bestandteile und Funktionen unserer Augen ist beeindruckend: Sie brechen das Licht, projizieren Bilder, versorgen sich selbst mit Wasser und Nährstoffen und sind in ständigem Informationsaustausch mit unserem Gehirn.

Liegt eine Fehlsichtigkeit vor oder das Auge verliert mit dem Alter an Sehkraft, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten zur Korrektur. Neben Brillen und Kontaktlinsen ist der Lasereingriff eine häufig thematisierte Methode.

Wie funktioniert Sehen eigentlich?

Unser Auge wickelt täglich komplexe Prozesse für uns ab, damit wir jederzeit sehen und Informationen verarbeiten können. Was für die meisten von uns selbstverständlich erscheint, verlangt Präzision im Innern unseres Körpers: Damit wir etwas sehen können, muss Licht im vorderen Teil des Auges gebrochen und ein Bild auf den hinteren Teil des Auges projiziert werden. Im vorderen Bereich des Auges liegen Hornhaut und Vorkammer.

Diese beiden übernehmen den größten Teil des Lichtbrechens. Die dahinter liegende Linse übernimmt die Feinarbeit. Ein gesundes Auge projiziert das Bild punktgenau auf die Netzhaut im hinteren Bereich. Sie ermöglicht das Sehen, indem sie das Bild in Nervenimpulse umwandelt und diese über den Sehnerv an das Gehirn weiter gibt. Bei einem gesunden Auge ist das Verhältnis aus Brechkraft und Baulänge des Augapfels optimal. Man sieht scharf.

Fehlsichtigkeit und ihre Formen

Funktionieren die Prozesse im Auge nicht einwandfrei oder weichen Bestandteile des Auges vom Optimum ab, kommt es zu Problemen beim Sehen. Man spricht von Fehlsichtigkeit. Es gibt unterschiedliche Arten und diese sind meist genetisch bedingt. Neben Kurz- und Weitsichtigkeit sind Alterssichtigkeit und Hornhautverkrümmung die häufigsten Formen der Fehlsichtigkeit.

Sowohl bei der Kurz- als auch bei der Weitsichtigkeit stimmt das Verhältnis aus Baulänge des Auges und Brechkraft nicht. Damit wir scharf sehen können, muss der Fokus direkt auf der Netzhaut liegen – nicht davor und nicht dahinter. Ein gesundes Auge projiziert das Bild punktgenau auf die Netzhaut im hinteren Bereich. Ist der Augapfel zu lang oder zu kurz und die Brechkraft zu stark oder zu schwach, liegt der Fokus nicht mehr genau auf der Netzhaut, sondern davor oder dahinter. Man sieht unscharf.

Bei der Kurzsichtigkeit liegt der Fokus vor der Netzhaut. Um diese Schieflage auszugleichen, müssen Kurzsichtige das Objekt näher an ihre Augen halten, damit sich der Fokus wieder nach hinten auf die Netzhaut verschiebt. Bei der Weitsichtigkeit ist es genau andersherum: Der Fokus liegt hinter der Netzhaut. Um diese Schieflage auszugleichen, müssen Weitsichtige das Objekt weiter weg halten, damit sich der Fokus wieder nach vorn auf die Netzhaut verschiebt.

Man spricht von einem Astigmatismus, wenn die Hornhaut verkrümmt ist. Das Bild wird auf zwei unterschiedliche Punkte projiziert, die beide nicht auf der Netzhaut liegen. Man sieht verschwommen und unscharf.

Fast alle Menschen leiden mit zunehmendem Alter an einer abnehmenden Sehleistung, der Alterssichtigkeit. Die Erklärung liegt in der Tatsache, dass sich über die Jahre Gewebe im Auge ansammelt, das nicht mehr vollständig  abgebaut werden kann. Die Linse verhärtet sich und verliert an Flexibilität. In der Folge haben viele Menschen ab 45 Jahren Schwierigkeiten beim Lesen und müssen Objekte etwas weiter weg halten, um sie scharf erkennen zu können.

Der Lasereingriff – ein Weg zum Durchblick

Wer seine Fehlsichtigkeit ohne Brille und Kontaktlinse beheben möchte, hat die Möglichkeit, eine Laserkorrektur vorzunehmen. Hierbei wird eine hauchdünne Hornhautschicht entfernt, um ihre Form zu optimieren. Auf diese Weise können Kurz- und Weitsichtigkeit sowie Hornhautverkrümmung ausgebessert werden.

Eine örtliche Betäubung mit Tropfen reicht aus, um den Eingriff durchzuführen. Im Anschluss helfen Augentropfen und Kontaktlinsen dabei, das behandelte Auge zu schonen. Bei der Laserkorrektur einer Alterssichtigkeit wird das Linsengewebe durch mikrofeine Schnitte aufgelockert, um der Linse ihre Flexibilität zurückzugeben.

Laser-PatientInnen berichten von besserer Sehkraft direkt am nächsten Tag. Der Routine-Eingriff wird auf vielen Klinikseiten im Detail erklärt, um den Betroffenen die Angst vor dem Eingriff zu nehmen und sie zu einem Leben ohne Brille und Linse zu motivieren.