Über 57 Muskeln verfügt das Gesicht. Die meisten Leute wissen das nicht. Zumeist konzentrieren wir uns auf andere Muskelgruppen des Körpers und versuchen, diese fit zu halten. Dank der Gesichtsmuskeln können wir Lächeln, erschrocken und übermütig dreinschauen. Wir können Freude, Trauer, Zuversicht und Optimismus ausdrücken. Ohne diese Muskeln könnte man aber auch nicht kauen, sprechen, schauen, ja nicht einmal die Kerzen auf dem Geburtstagskuchen ausblasen.

Die mimische Muskulatur hat einen enormen Einfluss auf den Charakter unseres Gesichts. Und dennoch wird das Gesicht als sichtbares Zentrum unserer Emotionen und Regungen oftmals unterschätzt. Ebenso der Umstand, wie stark sich Lebensweise und Gemütsregungen darin widerspiegeln: Stress, Rauchen, Alkohol, Ernährung, (zuviel) Sonne, Luftverschmutzung... All diese äußeren Faktoren tragen dazu bei, dass sich die Hautalterung vor allem im Gesicht rapide entwickelt. Man kann auch sagen: das Leben spiegelt sich im Gesicht.

Ab dem 30. Lebensjahr geht Volumen im Gesicht verloren

Aber auch ohne die äußeren (Lebens-)Umstände beginnt der Alterungsprozess auf der Hautoberfläche bereits sehr früh. Speziell im Gesicht. Zuerst erscheinen kleine Fältchen, im Laufe der Zeit dann Falten, danach wird der Volumen- und Dichteverlust immer deutlicher sichtbar. Wer sich Schädelknochen von älteren Menschen ansieht, wird erkennen: diese sehen ganz anders aus als bei jüngeren Zeitgenossen. Beispielsweise wird die Augenhöhle mit dem Alter erweitert. Bildlich gesprochen ist es so, als würde man die Luft (aus dem Gesicht) auslassen.

Unsere Haut altert aus verschiedenen Gründen. Zum Teil ist das nicht zu verhindern oder zu verändern. Bereits ab dem 30. Lebensjahr geht Volumen im Gesicht verloren. Die Fettpolster im Gesicht werden kleiner, auch der Knochen wird langsam über die Jahre resorbiert.

Das fehlende Volumen führt zu den klassischen Alterszeichen wie: Mundwinkelfalten, eingefallene Wangen, Hängebäckchen. Die Kenntnis, wie innere und äußere Faktoren Aufbau und Funktion der Haut beeinflussen, kann zu einer deutlich besseren Auswahl der persönlichen Behandlung und Vorbeugung beitragen.

Volumenaufbau schon früh beginnen, aber ohne zu übertreiben

Wer seine jugendliche Gesichtsform lange behalten möchte, hat vor allem im Rahmen ästhetischer Korrekturen eine Reihe von Möglichkeiten. Der zeitgemäße Ansatz lautet: Volumenaufbau, jedoch ohne zu übertreiben. Der erste Schritt in der Behandlung von Altersanzeichen im Gesicht ist deshalb, neben der Hautverjüngung, eine Volumenzugabe in Form von Fillern („Hyaluronsäure“) bzw. Eigenfett („Lipofilling“). Aufgespritzte Wangen  sind dabei allerdings nicht das Ziel. Es geht vielmehr darum, das Hautbild schon in frühen Jahren jung und frisch zu erhalten, damit der Kontrast nach der Behandlung später nicht zu stark ausfällt. Natürliches Aussehen ist gefragt.

Folgende Tipps lassen sich generell zu altersgerechten Korrekturen geben:

  • Ab 30-50 Jahren: Volumenauffüllungen sind für die Hautoberfläche wichtig. Dies in Form von Fillern bzw. Eigenfett. Zudem sollte man auch mit ein wenig Botox beginnen.
  • Ab 50-60 Jahren: nun ist auch eine Form von Straffung angebracht. Ideal mit einer Kombination von Volumenauffüllung (Lipofilling etc.). Tipp: ein Foto von vor 10 Jahren ansehen, wo das Gesichtsvolumen noch straffer und jugendlicher war.
  • Ab 60 aufwärts: ab dieser Altersgruppe wird die Straffung notwendiger. Ebenso die Zufuhr von Volumen. Hinweis: es geht nicht darum faltenfrei zu werden, sondern darum, Frische und Volumen zu akzentuieren.

Im Vergleich zur Betrachtungsweise vergangener Jahre zeigt sich eines ganz deutlich: die Gesellschaft betrachtet heute den Alterungsprozess von Haut und Körper detaillierter. Man schaut einfach genauer hin. Es geht aber weniger darum, eine ästhetische Hau-Ruck-Aktion zu setzen, sondern Volumen, Frische und natürliches Aussehen lange zu erhalten. Wichtig ist ebenso ein feines Gespür, was zum jeweiligen Typ und Gesicht passt.

Korrigiertes Aussehen muss schließlich auch zum Menschen und individuellen Charakter passen. Die nachhaltigste Präventivmaßnahme für das Anhalten eines freundlichen und schönen Gesichtes ist aber wahrscheinlich: weniger Zorn und Ärger und mehr Freude und Genuss im Leben...