Gleichberechtigung hin oder her – manche Mühlen mahlen sehr langsam. Noch immer verdienen Frauen in der Regel weniger als Männer. Nach wie vor erfüllen sie traditionelle Rollenbilder und übernehmen zum Beispiel den Großteil der Kinderbetreuung. Als Familie hat man zwar heute zahlreiche Alternativen, die finanzielle Situation lässt aber meist wenig Spielraum. Gerade deshalb ist es umso wichtiger, dass Frauen sich schon frühzeitig Gedanken über ihre finanzielle Absicherung im Alter machen.

Weniger Verdienst, Karenz und Teilzeitarbeit

Fakt ist: Für jeden Euro, den ein Mann pro Stunde verdient, bekommt eine Frau im Durchschnitt 77 Cent. Damit verdienen Frauen laut einer aktuellen Eurostat-Studie um fast ein Viertel weniger als Männer. Hinzu kommt, dass Frauen mit Kindern häufig in Karenz gehen und dadurch wertvolle Versicherungsjahre verlieren.

Auch Teilzeitarbeit in den Jahren danach ist üblich und hält die Pensionskasse gering. In Österreich arbeiten zwei Drittel der Mütter zwischen 25 und 49 Jahren Teilzeit. Bei den Vätern ist es nur jeder Zwanzigste. Das Zusammenspiel dieser Faktoren hat Folgen, vor allem finanzieller Natur: Frauen sind häufiger von Altersarmut betroffen als Männer.

Frauen sichern sich seltener finanziell ab

Als Basis für ein möglichst langes, selbstbestimmtes Leben dienen Gesundheit und finanzielle Absicherung. Dass die staatliche Pension in den wenigsten Fällen für ein Auskommen im Alter reicht, ist bekannt. Obwohl Männer allgemein besser abgesichert sind, setzen sie sich aktuell eher mit ihrer finanziellen Situation auseinander als Frauen. Vielen Frauen wissen zwar, dass sie mit einer geringen Pension rechnen müssen. Trotzdem investieren sie weniger häufig in eine private Vorsorge.

Früh sparen, Lebensstandard sichern

Das Thema Finanzen und Versicherungen schieben viele Menschen gern vor sich her. Die Beschäftigung mit der Zukunft und mit den eigenen Finanzen ist auch wahrlich keine leichte Aufgabe. Aber insgeheim weiß man: Wer möglichst früh mit dem Sparen beginnt, kann sich im Alter seinen Lebensstandard einfacher sichern. Neben Lebens- und Pensionsversicherungen zählen unter anderem auch Berufsunfähigkeits- oder Pflegeversicherungen zu den gängigen Absicherungen.

Sich umhören

Ein erster Schritt in eine möglichst lange finanzielle Unabhängigkeit wäre es, sich Gedanken über eine eigene private Vorsorge zu machen. Der einfachste Weg ist, sich erst einmal im Freundeskreis und bei Verwandten umzuhören. Auch Frauennetzwerke bieten eine Plattform, um sich über diese Themen auszutauschen.

Professionelle Beratung

Als zweiten Schritt ist zu empfehlen, sich an einen professionellen, vertrauenswürdigen Berater zu wenden. Er wird sich genügend Zeit nehmen, auf die eigene, individuelle Situation eingehen und unterschiedliche Wege für die finanzielle Absicherung der Zukunft aufzeigen. Erst wenn alle offenen Fragen geklärt sind, sollte eine Entscheidung für ein Produkt oder eine Kombination mehrerer Versicherungsprodukte gefällt werden.