Der Wunsch nach Kindern war eigentlich schon immer vorhanden. Doch als Rachel und Miguel-Angel Toth-Escudero 2000 heirateten, beschlossen sie, noch ein wenig zu warten. Aus einigen Monaten wurden Jahre, doch Kinder stellten sich keine ein. Auf Anraten eines bekannten Arztes ließen sich beide untersuchen und bei Rachel Toth-Escudero wurde Endometriose – also eine Ausweitung der Gebärmutterschleimhaut über die Gebärmutter hinaus – festgestellt, ein häufiger Grund für weibliche Unfruchtbarkeit. Sie unterzog sich einer Operation, dennoch trat die inzwischen vor allem von Herrn Toth-Escudero erhoffte Schwangerschaft nicht ein. 

 

Ausweg Kinderwunschklinik

Weitere Tests ergaben, dass seine Spermien nicht mit der gewünschten Geschwindigkeit unterwegs waren. „Dennoch habe ich die Hoffnung nie aufgegeben“, erzählt Miguel-Angel Toth-Escudero. Während er noch fest an Kinder glaubte, versuchte sich seine Ehefrau bereits an den Gedanken an ein Leben ohne Kinder zu gewöhnen. „Aber irgendwie haben wir beide gemerkt, da fehlt etwas in unserem Leben“,  berichtet er. Auch mit dem Gedanken an eine Adoption spielte das Ehepaar schon. Schließlich kam 2007 der Anstoß von einem Freund des Paares.

„Er hat zu uns gesagt: "Wollt ihr nun Kinder oder nicht?" und hat uns eine Kinderwunschklinik empfohlen“, erinnert sich Miguel-Angel Toth-Escudero. Die beiden entschieden sich, es zumindest zu probieren; ein Beratungsgespräch war schnell vereinbart. „Kinder sollten immer Teil unseres Lebens sein, wir waren nie die reinen Karriere-Menschen.“ Und inzwischen spielte auch das Alter der beiden langsam eine Rolle in der Familienplanung. Herr Toth-Escudero war zu diesem Zeitpunkt bereits 45, seine Frau 37  Jahre alt. 

 

Wohlfühl-Atmosphäre

In der Klinik verlief alles nach Plan: „Es waren alle sehr freundlich und nett, wir haben uns dort sehr wohlgefühlt.“ Im Detail wurde erklärt, was auf die Ehepartner zukommt, schließlich entschieden sie sich für eine künstliche Befruchtung. Auch Familie und Freunde standen hinter der Entscheidung und fieberten mit. „Die ganzen Horrorszenarien, die man teils im Fernsehen sieht, sind alle Blödsinn und Angstmacherei“, erklärt Herr Toth-Escudero. Die Beratung und die Behandlung waren wie ein normaler Arztbesuch, sagt er. Die beiden wurden medikamentös eingestellt, in zwei kleinen Eingriffen wurde Rachel Toth-Escudero eine Eizelle unter Lokalanästhesie entfernt, mit den Spermien ihres Ehemanns verschmolzen und in einer Operation wieder eingesetzt. Schmerzen hatte sie dabei kaum. Schon der erste Versuch war erfolgreich: Im Jahr 2010 wurde Nevio Ava geboren. 

 

Kleine Rückschläge 

„Es ist nicht wichtig, an wem es liegt oder warum es nicht klappt. Da muss man sich gar keine Vorwürfe machen“, meint der Familienvater, „es ist einfach schön, dass es Möglichkeiten gibt, diese Hindernisse zu Umgehen.“ Und das viel leichter und problemloser als erwartet, trotz des Alters der beiden. Die Freude bei den frisch gebackenen Eltern war riesig – so riesig, dass sie sich für ein zweites Kind entschieden. „Ich wollte eigentlich immer vier bis fünf Kinder“, schmunzelt Herr Toth-Escudero. Diesmal klappte es jedoch nicht auf Anhieb, die erste Befruchtung scheiterte.

Dann die Überraschung: Rachel Toth-Escudero wurde dank der vorbereiteten Medikamente auf natürlichem Weg schwanger. Doch in der achten Woche verlor sie das Kind. „Das war schon traurig“, sagt Miguel-Angel Toth-Escudero. Aber trotzdem gaben die beiden nicht auf – und Nevio half über die schwierige Zeit. „Das kann einfach passieren, damit muss man auch rechnen“, meint Herr Toth-Escudero. 

 

Großfamilie im Werden?

Es war der dritte Versuch, bei dem Frau Toth-Escudero schließlich wieder schwanger wurde. „Am 14. Februar 2013 konnten wir uns über unsere kleine Tochter Ava Luna freuen“, berichtet ihr Ehemann stolz. Bereut haben die beiden ihre Entscheidung nie – den Gang in die Kinderwunschklinik würden sie ohne Bedenken weiterempfehlen. „Wir haben zwei supersüße Kinder, das wäre sonst nicht möglich gewesen.“ Ist die Familienplanung nun abgeschlossen? Vorerst schon, meint Miguel-Angel Toth-Escudero – auch wenn die beiden nichts ausschließen wollen. „Ich hatte nur eine Schwester und fand das zum Teil schon sehr langweilig“, lacht der glückliche Papa.