Univ.Doz. Dr. Monika Birner
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Drei von vier Frauen haben mindestens einmal im Leben eine vulvovaginale Pilzinfektion, knapp die Hälfte aller Frauen erleidet zwei oder mehrere Episoden.

Diese Form der  Pilzinfektion wird meistens durch Candida albicans, seltener durch andere Candida-Spezies hervorgerufen. Diese Keime kommen beim Großteil aller gesunden Menschen vor und verursachen meist nur dann Krankheitserscheinungen, wenn die Immunabwehr geschwächt und die Scheidenflora aus dem natürlichen Gleichgewicht geraten ist.

 

Unterschiedlichste Faktoren begünstigen das Auftreten der  Infektion

Für Frau Univ.-Doz. Dr. Monika Birner, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in St. Pölten gibt es eine Vielzahl von  „begünstigenden Faktoren für das Auftreten einer Pilzinfektion, wie  zum Beispiel  eine Antibiotikatherapie, Schwangerschaft, diverse  Stresssituationen, Hallenbadbesuche, Schaumbäder, Intimpflegeprodukte, duftendes Toilettenpapier oder parfümierte Slipeinlagen, Weichspüler für die Wäsche etc., die eine Austrocknung und Reizung der Scheidenschleimhaut begünstigen.“

All diese Faktoren können bewirken, dass der normalerweise saure pH-Wert in der Scheide, der eine gesunde Balance des Scheidenmilieus gewährleistet, stark ansteigt und somit das  Wachstum von Krankheitserregern gefördert wird.” Herrscht in der Scheide ein saures Milieu, ist eine ausreichende Anzahl von Milchsäure-produzierenden Bakterien (Laktobazillen) vorhanden. Diese verdrängen unerwünschte Keime wie Candida albicans.

 

Scheidenkapseln bieten Schutz vor Infektion

Die vaginale Verabreichung der probiotischen Keime in Form von Scheidenkapseln bietet empfindlichen Frauen einen wirksamen Schutz vor Scheideninfektionen.
Auch die Heilung einer bereits bestehenden Infektion wird durch die Wiederherstellung eines günstigen Scheidenmilieus unterstützt und beschleunigt.

Bei milden Beschwerden kann die alleinige Gabe der Scheidenkapseln ausreichen, bei stark ausgeprägten Infektionen ist die Kombination mit einem antimykotisch wirksamen Medikament erforderlich.