Dies wird entscheidend von den Rollenerwartungen, den Lebens- und Arbeitsbedingungen, dem Einkommen sowie von der Qualität der Gesundheitsversorgung bestimmt. Es ist mir daher ein besonderes Anliegen, für Frauen die Möglichkeit und Fähigkeit zur Selbstbestimmung zu fördern und dabei schon in frühen Lebensphasen anzusetzen.

Genderaspekte am Beispiel Diabetes

Ein Beispiel für den unterschiedlichen Verlauf von Krankheiten sind alle Diabetesformen. Frauen geben etwa im Vergleich zu Männern stärker an, dass ihre Lebensqualität durch die Erkrankung beeinträchtigt wird.

Von Diabetes mellitus Typ 1 sind im Kindesalter mehr Mädchen betroffen, während ab der Pubertät Männer ein höheres Risiko aufweisen. Typ-2-Diabetes wird in Europa häufiger bei Männern im mittleren Lebensalter diagnostiziert, Frauen sind besonders nach der Menopause betroffen.

Frauengesundheit stärken

Der Prototyp Patient war in der Vergangenheit vor allem männlich. Viele Medikamente wirken sich aber auf Frauen und Männer unterschiedlich aus, häufig zeigen sich geschlechtsspezifische Unterschiede bei Krankheitssymptomen, wie zum Beispiel beim Herzinfarkt, wo Frauen über völlig andere Beschwerden klagen.

Die Bedeutung der genderspezifischen Gesundheitsversorgung von Frauen ist auch Teil der Gleichstellungspolitik. Deshalb setze ich mich dafür ein, dass die geschlechtsspezifischen Aspekte in der Medizin weiter verankert und auch innerhalb der EU gestärkt werden.