In Österreich bekommen jährlich rund 400 Frauen die Diagnose Gebärmutterhalskrebs, etwa 140 sterben daran. Die Ursache ist in 99 Prozent der Fälle eine Infektion mit einem humanen Papillomavirus, kurz HPV. „Es wird geschätzt, dass rund 70 Prozent der sexuell aktiven Menschen sich einmal im Leben mit Papillomaviren infi zieren, die meist durch Geschlechtsverkehr übertragen werden“, weiß Univ.-Prof. Dr. Christian Marth, Direktor der Universitätsklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am LKH Innsbruck. „Meistens schafft es der Körper, die Viren erfolgreich zu bekämpfen. Wenn nicht, kann es bei Frauen zur Bildung eines bösartigen Tumors im Gebärmutterhals kommen. Männer sind in den allermeisten Fällen nur die Überträger des Virus“, so Dr. Marth.

Durch kurze und schmerzlose Krebsabstrich- Untersuchungen und die Möglichkeiten der modernen Medizin ist bereits viel erreicht worden im Kampf gegen die gefährliche Krebsart. Aber: „Leider gibt es in Österreich kein Screening Programm, also organisierte Vorsorgeuntersuchungen. Außerdem sind wir das einzige westeuropäische Land, in dem es keine staatliche Unterstützung für HPV-Impfungen gibt“, kritisiert Dr. Marth.

Mit Impfung schützen

Die dreiteilige Impfung schützt gegen verschiedene HP-Viren, vor allem aber gegen die Hochrisiko- Typen. Dr. Marth: „Empfehlenswert ist die Impfung besonders für Mädchen im Alter von etwa 12 Jahren, noch bevor sie ihr erstes Mal haben.

Aber auch später macht es Sinn sich impfen zu lassen, selbst wenn man bereits einmal infi ziert wurde, denn der Körper wird nach einer abgewehrten Infektion nicht immun gegen die HP-Viren.“ Wie lange die Impfung wirkt, ist noch nicht endgültig erforscht. Bis jetzt deutet aber alles auf einen lebenslangen Schutz hin.