In der letzten Zeit hat man Sie in den unterschiedlichsten Bereichen in den Medien gesehen – als Model, als Schauspielerin, als Medizinerin. Worauf legen Sie zurzeit Ihr Hauptaugenmerk? 

Es ist eigentlich noch immer alles. Ich muss auch selbst immer wieder lachen, denn eigentlich könnte man es sich so gemütlich machen. Aber irgendwie ergeben sich dann immer wieder ungeahnte Möglichkeiten und das finde ich sehr spannend. Ich vertraue auch immer darauf, dass sich etwas Neues ergibt. Ich habe jetzt das Angebot bekommen eine Gesundheitsseite zu schreiben und ich möchte gerne für einen Sender Beiträge zum Thema Lifestyle und Gesundheit machen - das formiert sich gerade alles sehr schön.

Mein großes Berufsziel ist und bleibt jedoch die Medizin. Für den Turnus habe ich mich bereits angemeldet und die Wartezeit (jetzt nach meinem Studienabschluss bis zum Beginn der Ausbildung) nutze ich zum Reisen und Erfahrungen sammeln. Und wer weiß – vielleicht ergibt es sich ja auch, dass ich sofort einen Facharzt-Ausbildungsplatz in der Dermatologie bekomme.

 

Christine Reiler reist nun also. Wie können wir uns das vorstellen? Wohin verschlägt es Sie? 

Ich bin vor allem in Dritte-Welt-Ländern unterwegs. Ich fahre gerne in fremde Länder, lerne andere Kulturen kennen und genieße auch dieses bodenständige Leben. Das gibt mir Erdung. Vor allem hole ich mir auch medizinisch Anregungen aus Ländern, in denen einfach noch anders gearbeitet wird.

Ich war in El Salvador und in Brasilien im Amazonas-Gebiet und habe dort in einem Spital gearbeitet. Eines Tages haben sie uns junge Ärzte in Ausbildung geschnappt und haben mit uns den Urwald unter medizinischen Aspekten erkundet. Uns wurden Pflanzen gezeigt und genau erklärt welche heilende Wirkung sie besitzen oder in welchen ein natürliches Antibiotikum enthalten ist. Ich finde das extrem spannen. In Afrika ist es dasselbe. Dort gibt es Medizinmänner mit seit Jahrhunderten überliefertem Wissen. Ich glaube, wir sollten es viel mehr schätzen. Denn es geht langsam verloren. 

 

Wie stehen Sie in diesem Zusammenhang zu Alternativmedizin?

Alternativmedizin finde ich sehr wichtig und wertvoll. Wir haben viel zu viel Schulmedizin in den letzten Jahren und Jahrzehnten praktiziert. Medikamente werden im Wesentlichen aus Kräutern und Pflanzen hergestellt, daher ist Naturmedizin das Fundament, auf dem unsere Schulmedizin aufbaut. Ich denke: Alles, was hilft, ist erlaubt.

 

Hat Ihre Charitytätigkeit für Afrika Animi Alama in Tansania Sie in dieser Hinsicht beeinflusst?

Ja, schon. In Afrika sucht man ein Röntgengerät vergeblich. Ich arbeite sehr gerne bei diesem Projekt von DDr. Christine Wallner mit! Auch heuer werden wir wieder hinunter fahren, eine Woche mit

einem Fernsehteam, ich selbst würde gerne ein ganzes Monat mitarbeiten. Das Tolle an dem Projekt ist, dass es nicht auf der Idee basiert mit Geld zu helfen, sondern dass Hilfe zur Selbsthilfe das Motto ist. In dem Spital arbeiten wirklich vorwiegend afrikanische Ärzte und Schwestern! Und es geht nicht nur um die medizinische Grundversorgung, wenngleich darauf das Hauptaugenmerk liegt, sondern auch um Hilfe für die Menschen dort in Notlagen.

 

Wie sind Sie eigentlich zur Medizin gekommen? Warum haben Sie Medizin studiert und was ist bis heute so faszinierend daran für Sie?

Also ich bin – wie man so schön sagt – ein Ärztekind, mein Vater ist auch Arzt. Ich habe den Beruf also in allen möglichen Facetten schon erlebt seitdem ich ein Kind bin. Mir gefällt die Tatsache, dass man diesen Beruf überall ausüben kann, es ist eine sehr abwechslungsreiche Tätigkeit und man hat mit ganz vielen verschiedenen Menschen zu tun, was ich auch irrsinnig toll finde. Vor allem hat man immer das Gefühl etwas Sinnvolles zu tun! Das war mir eigentlich schon sehr schnell klar, an sich wollte ich schon seit ich zehn bin Medizin machen. Das war mir immer ein Bedürfnis.