Frau Karlich, Sie sind eine viel- beschäftigte Frau, was machen Sie, damit Sie sich fit und gesund halten?

Wir ernähren uns sehr gesund, essen ausnahmslos Bio und dabei viel Gemüse, Obst und Fisch. Meine Kleine kriegt wohl Fleisch, ohne „Schnitzi“ geht es auch nicht. Ich esse seit ein paar Monaten kein Fleisch mehr, weil ich gerne vegan esse. Außerdem sind wir viel an der frischen Luft, spazieren, laufen, radeln, tollen durch die Natur, schwimmen, segeln am Neusiedlersee (wenn es wieder warm wird), fahren im Winter Ski,  ich habe das Tanzen mit einem Profi wieder aufgenommen, möchte in Bälde mit dem Reiten beginnen und ganz wichtig: ich gönne mir viel Schlaf.  Und ich meditiere und arbeite mit positiven Glaubenssätzen, wenn das Leben mal aus dem Ruder läuft.

 

Wie hilft Ihnen Ihre vegane bzw. vegetarische Ernährung um gesund zu bleiben?

Was die Ernährung anbelangt - Fleisch ist, wenn man es maßlos in sich hineinstopft und möglichst nicht Bio-Fleisch kauft, definitiv schlecht für die Gesundheit. Daher habe ich Fleisch aus meinem Ernährungsplan gestrichen, ich esse jedoch heimischen Fisch. Ganz vegan geht in unseren Breitengraden ganz gut, ist aber sehr aufwendig. Diese Zeit habe ich nicht, jedoch esse ich immer, wenn es geht, vegan, weil es da köstliche neue Geschmackserlebnisse gibt. Ausgewogen - ohne Fleisch - mit viel Obst, Gemüse, Nüssen, dem richtigen Getreide (kein Weizen!), Fisch, guten Ölen, Bio-Milch in Maßen (wobei ich da im Moment mehr Sojamilch und Mandelmilch verwende) - that´s it. Wir versuchen daheim eben viel unterschiedliches Obst und Gemüse zu essen, und es gibt immer als Vorspeise Salat und als Nachspeise Obst. Tage mit Genuss müssen aber sein, da gönne ich mir dann Süßes, sonst verzichte ich auf Zucker.

 

Wie lange meditieren Sie schon und haben Sie dadurch Erfolge für ein entspannteres und gelasseneres Leben?

Ich meditiere erst seit ein paar Monaten, aber es hilft ungemein, wenn man schnell die innere Ruhe finden möchte. Dabei geht es ums richtige Atmen, sich bewusst aufs Atmen und nur darauf zu konzentrieren, zu versuchen, an wirklich nichts zu denken, ähnlich wie die Erfahrung beim Sport, wenn man die Phase erreicht, wo man fast in Trance ist und einfach nur läuft, geht oder radelt. Seitdem ich bewusst  atme - was gut geht vor dem Einschlafen oder beim Autofahren - bleibe ich ruhiger in mir drin.

 

Wie schaffen Sie es Karriere, Familie und Zeit für sich selbst unter einen Hut zubringen?

Mit einer großen Portion an Organisation. Gottseidank befinde ich mich in der privilegierten Situation, eine tolle Familie um mich herum zu haben, die rund um die Uhr da ist, um auf Gloria zu schauen, in erster Linie meine Mama, mein Papa, meine beiden Brüder und jede Menge Freundinnen, die  spontan zur Stelle sind. Ich revanchiere mich aber auch großzügig.  Gottseidank habe ich auch einen Job, der es mir erlaubt, viel Zeit mit dem Kind zu verbringen, da ich geblockt arbeite und dann immer mal ein paar Tage von zu Hause arbeite, wenn die Kleine im Kindergarten ist.

 

Was machen Sie, damit Sie sich entspannen und die Seele baumeln lassen, damit Sie neue Kraft schöpfen können?

Am besten entspanne ich beim Lesen. Im Bett, in der Wanne, im Liegestuhl, auf einer Wiese - egal, ich liebe Bücher und Zeitschriften. Außerdem habe ich das Klavierspiel wieder aufgenommen, was ein wunderbarer seelischer Ausgleich ist. Und seit kurzem  meditiere ich. Langsam mache ich darin Fortschritte und lerne an nichts zu denken, was gar nicht so einfach ist. Der allerschönste Ausgleich sind aber mein Kind und wunderbare Freunde, mit denen ich fast jedes Wochenende etwas unternehme.

 

Mit welchen Tricks steigern Sie ihre Motivation, Ihre gute Laune und Ihr Selbstbewusstsein?

Meine Tochter bringt mich jeden Tag zum Lachen - und auch wenn es turbulent zugeht, am Ende sitzen wir da und lachen. Also Humor ist mal on the top of all. Und dann habe ich auch ein gottgegebenes freundliches Naturell, schätze ich. Denn auch wenn alles zu eskalieren droht, ich bin wie ein Stehaufmännchen  - irgendwie geht es immer weiter. Und die nötige Portion Selbstbewusstsein hat „Mann“ mir in die Wiege gelegt. Diesen Charakterzug habe ich definitiv von meinem Vater. Im Duden steht neben Selbstbewusstsein sein Name.

 

Was würden Sie jungen Frauen raten, die gerade am Anfang Ihrer Karriere stehen? Und was Frauen, welche mit beiden Beinen im Leben stehen und die Herausforderungen Karriere, Familie und das eigene Leben zu meistern versuchen?

Den eigenen Weg gehen. Das ist das, was heutztage ankommt. Sich nicht verbiegen lassen, zur Weiblichkeit stehen, dabei alles nicht zu ernst zu nehmen, ich habe immer über Kritiker gelacht. In Wirklichkeit schaffen wir Frauen sowieso alles mit links, wenn’s sein muss. Und wenn eine Frau mit beiden Beinen im Leben steht, braucht sie sicher keinen Tipp von mir! Die weiß schon, wie der Hase läuft.