Louise Brown schrieb Geschichte, noch bevor sie geboren wurde. Sie wurde 1978 als erstes Baby geboren, welches durch In-vitro-Fertilisation (IVF) entstand. 1982 erblickte das erste österreichische Baby das Licht der Welt, das mit Hilfe der IVF gezeugt wurde.

Kinderwunsch: Gesetzliche Rahmenbedingungen

In Österreich wird die Behandlung der Unfruchtbarkeit durch mehrere Gesetze geregelt. Das wichtigste ist das Fortpflanzungsmedizingesetz (FmedG), das 1992 verankert und zu Beginn 2015 novelliert wurde. Es regelt die Behandlungsformen der medizinisch unterstützten Fortpflanzung sowie den Umgang mit befruchteten Eizellen (Embryonen). Seit 2000 ist das IVF-Fonds-Gesetz in Kraft, das ebenfalls 2015 novelliert wurde.

Durch die Schaffung des Fonds besteht die Möglichkeit zu einer finanziellen Unterstützung, wenn Behandlungen durch bestimmte Methoden der medizinisch unterstützten Fortpflanzung (Maßnahmen der In-vitro-Fertilisation) zur Erfüllung des Kinderwunsches notwendig sind. Vom Fonds werden bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen 70 Prozent der Kosten für Maßnahmen der In-Vitro-Fertilisation für höchstens vier Versuche getragen

Auf Spurensuche: Warum es mit dem Baby manchmal nicht klappt

Von Unfruchtbarkeit (Sterilität) wird gesprochen, wenn sich bei regelmäßigem und unverhütetem Geschlechtsverkehr innerhalb eines Jahres keine Schwangerschaft einstellt. Meistens liegt jedoch keine vollständige Unfruchtbarkeit vor, sondern nur eine Fehlfunktion, die oft ärztlich behandelt werden kann. Ein unerfüllter Kinderwunsch ist keinSeit eswegs nur Frauensache, denn die Ursachen sind mit 30 bis 40 Prozent bei Mann und Frau gleich verteilt.

Die häufigste Störung der Fruchtbarkeit beim Mann ist dabei eine mangelhafte Produktion normaler und gut beweglicher Spermien, etwa durch hormonelle Störungen. Bei etwa 15 bis 30 Prozent der Paare kann sogar bei beiden Partnern ein Problem vorliegen. Nur bei einem kleinen Prozentsatz ist keine organische Störung zu finden.

Die häufigsten Ursachen bei der Frau sind eine eileiterbedingte Unfruchtbarkeit, aber auch Störungen der Eizellreifung, eine Veränderung der Gebärmutter oder auch Störungen im Immunsystem können der Grund für Unfruchtbarkeit sein. Die gute Nachricht ist jedoch, dass in vielen Fällen medizinische Behandlungen helfen.

Wachsende Zahl der Methoden

Durch die Fortschritte in der Medizin und assistierte Reproduktionstechniken steigt die Schwangerschaftsrate. Die Behandlung richtet sich nach den Ursachen der zugrunde liegenden Störung. Es umfasst einfache Maßnahmen, wie eine Beratung oder Medikamentenverschreibung bis zur IVF, wo die Befruchtung außerhalb des Organismus im Reagenzglas (in Vitro) stattfindet.

Die entnommene Eizelle wird in einem Reagenzglas mit der Samenspende zusammengeführt, wobei die Befruchtung dem schnellsten Spermium obliegt. Zusätzlich kann eine Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) durchgeführt werden, wobei ein einzelnes Spermium mit einer Mikronadel direkt in die Eizelle injiziert wird. Ein weiteres Verfahren ist die Kryokonservierung von Samen und befruchteten Eizellen.

Dabei werden die befruchteten Eizellen und Samen mit verschiedenen Methoden eingefroren und können bei -196 Grad Celsius im flüssigen Stickstoff mehrere Jahre aufbewahrt werden. Viele Wege führen zu einem Baby – und manchmal ist es auch der Weg zu einem Arzt.