Dr. Reinhold Mitterlehner
Bundesminister für Wirtschaft, Familie und Jugend

Kinder halten Österreich jung' - unter diesem Motto haben wir im Juni eine neue Bewusstseins- und Informationskampagne zugunsten aller Familien gestartet. Damit wollen wir für mehr Familien- und Kinderfreundlichkeit in der Gesellschaft werben und mehr Mut zu Kindern machen.

Der zentrale Claim ist so vielschichtig, wie das Leben mit Kindern eben ist. Kinder halten uns auf Trab, oft rund um die Uhr. Sie halten damit aber nicht nur uns, sondern auch Österreich als Staat jung. Denn die demographische Entwicklung zeigt den Handlungsbedarf, unsere Gesellschaft wird schrittweise älter: Die Zahl der Familien mit Kindern unter 18 Jahren ist seit 2004 von damals 959.000 auf 904.000 im Vorjahr gesunken.

Wir sind zudem mit der Herausforderung konfrontiert, dass sich die Österreicher zwar im Schnitt zwei Kinder wünschen, die faktische Geburtenrate aber bei 1,43 liegt.

 

Unterstützungsangebote

Um Wunsch und Wirklichkeit näher zusammenzubringen, braucht es bedarfsgerechte Unterstützungsangebote für jede Lebenslage. Eine zentrale Maßnahme ist unser neues Fördermodell, mit dem wir die Familien noch besser, einfacher und transparenter unterstützen wollen. Jede Familie soll genau wissen, was ihr zusteht und was sie sich erwarten kann. Zudem würden mit der Reform alle Familien im Schnitt ein Plus von rund sechs Prozent erhalten. Pro Jahr wollen wir rund 207 Millionen Euro mehr investieren als bisher. In weiterer Folge soll es alle zwei Jahre eine Erhöhung der Familienbeihilfe geben, wobei die konkrete Höhe von der Beschäftigung bzw. der damit verbundenen Entwicklung des Familienlastenausgleichsfonds abhängt.

Kern des ab 2014 geplanten Modells ist eine höhere Familienbeihilfe, die in drei Stufen inklusive Kinderabsetzbetrag ausbezahlt wird: Bis zu einem Kindesalter von neun Jahren liegt die Unterstützung bei 180 Euro pro Monat, von zehn bis 18 Jahren bei 200 Euro pro Monat und ab 19 Jahren bei 220 Euro pro Monat. Als zweites Instrument soll eine höhere Geschwisterstaffel der Armutsgefährdung für Mehrkind-Familien vorbeugen und die steigenden Kosten für Eltern berücksichtigen. Darüber hinaus soll, drittens, der Familienbeihilfe-Zuschlag für behinderte Kinder auf 150 Euro pro Monat steigen.

 

„Wir sind mit der Herausforderung konfrontiert, dass sich die Österreicher zwar im Schnitt zwei Kinder wünschen, die faktische Geburtenrate aber bei 1,43 liegt.“

 

Kinderbetreuungsplätze

Neben mehr Geldleistungen braucht es auch mehr Kinderbetreuungsplätze, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern. Seit 2008 sind durch die mit den Ländern finanzierte Ausbauoffensive 31.000 neue Plätze in Kindergärten und Kinderkrippen geschaffen worden, pro Jahr kommen 5.000 weitere dazu. Auf Basis der jüngsten Regierungs-Einigung können wir den Ausbau ab 2014 mit 100 Millionen Euro pro Jahr beschleunigen, das ist fast sieben Mal mehr als bisher.

Durch eine gute Betreuung und Förderung werden nicht nur die Eltern bei ihrer unersetzlichen Erziehungsarbeit gezielt unterstützt, sondern erhöhen sich auch die späteren Bildungschancen. Daher wollen wir nicht nur mehr Plätze schaffen, sondern legen auch einen stärkeren Fokus auf die Qualität des Angebots. Zudem sollen die Öffnungszeiten der Kindergärten und Krippen bedarfsgerecht erweitert werden. 

 

Familie und Beruf

All diese Maßnahmen und Angebote verdeutlichen, dass wir die Familien als starker Partner auf allen Ebenen unterstützen. Dabei setzen wir nicht auf Zwang und Bevormundung, sondern auf Wahlfreiheit, Eigenverantwortung und gute Rahmenbedingungen. Dazu gehört auch, dass noch mehr Unternehmen die Familienfreundlichkeit als ihre Marke etablieren und so die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern. Nur durch eine möglichst breit aufgestellte Familienförderung, können wir unser Ziel, Österreich zum familienfreundlichsten Land Europas zu machen, erreichen. Dafür sollten wir uns alle gemeinsam einsetzen.