Es fängt mit einem kurzen Hüsteln an. Binnen Sekunden erwächst daraus ein Hustenanfall, der nicht enden will. Der zähe Schleim in den Bronchien des kleinen Christoph bewegt sich weder hin noch her. Er bekommt einen hochroten Kopf, während er fast bis zum Erbrechen hustet. Diese Symptome reichen der Homöopathin Dr.in Gloria Kozel, um nach vorherigem Gespräch mit der Mutter über den Krankheitsverlauf zu wissen, welches Mittel dem Kind helfen wird. »Coccus cacti« wird aus Karminsäure gewonnen und hilft in akuten Situationen bei krampfhaftem Husten mit zähem, fadenziehendem Schleim, der sich in kühler Luft und durch Trinken bessert.

Dieser Vorfall beschreibt das Wirkungsprinzip der Homöopathie »similia similibus curentur« sehr anschaulich. Auf Deutsch: »Ähnliches möge mit Ähnlichem geheilt werden «. Es bedeutet, dass homöopathische Mittel bei gesunden Menschen genau die Beschwerden auslösen, die sie bei Kranken heilen helfen. Warum das so funktioniert, darüber streiten sich noch die Gelehrten. Dass es jedoch so ist, kann durch Beobachtungen, Untersuchungen und Studien bestätigt werden. 

 

Wie kann man sich solche Untersuchungen vorstellen?

Die Arznei wird dabei in genau definierter Stärke, in der Homöopathie »Potenz« genannt, an gesunden Personen geprüft. Das heißt: mehrmals verabreicht. Die danach auftretenden Symptome werden aufgeschrieben, gesammelt und in weltweit anerkannten Nachschlagewerken zusammengetragen. 

„Das besonders feine und schonende ist, dass die Homöopathie nebenwirkungsfrei behandelt. Entsprechend oft wird sie für Schwangere oder Kinder in Anspruch genommen“, meint die praktizierende Ärztin, Homöopathin und Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für homöopathische Medizin Dr.in Gloria Kozel. 

 

Individuell das passende Mittel 

Um das richtige Mittel für den Patienten zu finden, beginnt jede homöopathische Behandlung mit einer so genannten »Anamnese«. Der Leidende wird dabei systematisch zu seiner Vorgeschichte in Bezug auf seine aktuelle Erkrankung befragt. „Für uns Homöopathen sind dabei auch vermeintliche Kleinigkeiten wichtig, denn ein Mittel behandelt gleicherweise Körper, Seele und Geist. Es ist eine ganzheitliche Erfassung des Menschen. Wir finden EINE Arznei für alle Beschwerden eines Patienten“, sagt die Ärztin. Deshalb müsse auch ein für den einen passendes Mittel beim Nächsten nicht dieselbe Wirkung haben.

Umso wichtiger ist die genaue und umfangreiche Ausbildung des behandelnden Arztes. Ein in Österreich praktizierender Homöopath hat bereits das Medizinstudium erfolgreich absolviert und eine anschließende dreijährige Ausbildung mit öffentlichem Diplom der Österreichischen Ärztekammer: Komplementäre Medizin »Homöopathie« abgeschlossen.

 „Die Homöopathie ist eine medizinische Methode, die sich gut eignet, akute wie chronische Leiden zu bessern oder zu heilen“, so die Ärztin. Wer sich also vertrauensvoll in die Behandlung eines Homöopathen begibt, kann sicher sein, dass ihm geholfen wird - homöopathisch oder in Einzelfällen eben auch schulmedizinisch.