Ein gesunder Darm als Zentrum des Wohlbefindens

Die Temperaturen fallen und die Erkältungszeit rückt näher. Während viele sich nun gegen diese Belastung der Abwehrkräfte rüsten, indem sie Schals und Mützen hervorkramen und Vitamin C bunkern, wird ein wichtiger Partner im Kampf gegen schädliche Keime oft vergessen: der Darm. Die Rolle, die die Darmflora für das Abwehrsystem spielt, wird meist unterschätzt: In einem gesunden Darm sind mehr Immunzellen als in der Milz, dem Knochenmark und den Lymphknoten zusammen! Rund 600 verschiedene Bakterienarten leben in einem funktionierenden Darm. Sie sind für die Verwertung der Nahrungsbestandteile und die Aufschließung der darin enthaltenen Vitalstoffe zuständig und bilden gleichzeitig eine Schutzwand, die verhindert, dass schädliche Stoffe nicht ins Blut geraten.

Ein Darm mit gesunder Darmflora sorgt also nicht nur für eine optimale Verdauung, sondern auch für ein stabiles Abwehrsystem und bildet eine Barriere gegen Keime und Giftstoffe. Zu Recht wird schon in jahrtausend Jahre alten Schriften ayurvedischer Heilkundiger der Darm als Zentrum des Wohlbefindens beschrieben.

 

Starker Darm, starke Nerven

Auch im Umgang mit Stress ist der Darm eine wichtige Stütze. Zwischen Darm und Gehirn besteht eine direkte Funktionsachse, die von unseren Darmbakterien beeinflusst wird. Ist der Körper über längere Zeit starkem Stress ausgesetzt, etwa durch einen hektischen Lebenswandel mit wenig Entspannungsmöglichkeiten, ist unser Immunsystem sozusagen ständig in Alarmbereitschaft. Durch fehlende Erholungsphasen werden die Abwehrkräfte nach und nach verbraucht und nicht schnell genug wieder nachgebildet.

Hormonmängel, fehlendes Adrenalin und eine Minderdurchblutung der inneren Organe sind die Folge, was sich in vielen verschiedenen Symptomen äußern kann: von Müdigkeit, Schlafmangel und Depressionen bis hin zu Gewichtszunahme, Muskelabbau und Libidoverlust. Bei 85 Prozent aller Menschen wirkt sich Stress auch auf die Verdauungsorgane aus. Sind wir gestresst, steigt die Gefahr von Entzündungen im Darm, „schlechte“ Bakterien können sich ungehindert vermehren.

Besteht allerdings ein positives Darmmilieu, trägt es von vornherein stark dazu bei, dass Stress gut verarbeitet wird und es gar nicht zu den schädlichen Folgen kommt. Es gilt die Faustregel: Geht es dem Darm gut, geht es auch mir gut!

 

„Tausendsassa“ Darm

Doch nicht nur in der Abwehr, ob von Keimen oder Stress, ist der Darm wichtig und gut. Die wohl allgemein bekannteste seiner Aufgaben ist es, die aufgenommene Nahrung zu sortieren. Dabei gilt es, zuverlässig Problemstoffe von guter Nahrung zu trennen: Im Darm landen sowohl unverdauliche Reste, künstliche Farbstoffe, Emulgatoren und Konservierungsmittel, die den Körper belasten, als auch lebenswichtige Vitalstoffe.

Gute Stoffe, wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, sollen so schnell wie möglich ins Blut gelangen, um dort ihre positive Wirkung tun zu können. Auch hier gilt: Je gesünder der Darm, desto schneller werden diese Stoffe aufgenommen. Sollte die Darmflora aus dem Gleichgewicht kommen, etwa durch die Einnahme von Antibiotika, kann die regelmäßige Einnahme von zusätzlichen milchsauren Produkten (Probiotika) dabei helfen, die Balance wieder herzustellen. Die Wechselwirkung zwischen persönlichem Wohlbefinden und der Darmflora ist schnell spürbar. Es lohnt sich also, das als bloßen Verdauungshelfer verkannte Allroundtalent Darm gut zu behandeln.