Ihr Sohn ist mittlerweile ein halbes Jahr alt. Wie haben Sie diese erste Zeit mit Ihrem Kind erlebt?

Natürlich war es eine Umstellung, aber eine sehr positive. Wir haben uns ein Kind gewünscht und könnten es gar nicht mehr wegdenken. Klar sind wir nicht mehr ganz so flexibel wie früher, aber wir genießen es sehr, mit ihm etwas zu unternehmen. Es ist wirklich wunderschön, diese Zeit mit ihm zu erleben und jeden Entwicklungsschritt beobachten zu können.

 

Wie „geplant“ war der Zeitpunkt?

Es ist auf jeden Fall ein Traum in Erfüllung gegangen. Ich habe meine aktive Skikarriere 2014 beendet und ab da war auch klar, wenn es passt und es uns gegönnt ist, Kinder zu haben, dann wollen wir das. Das mit dem Karriereende hat sich sozusagen zeitlich mit dem Wunsch gut ergeben, war aber nicht der Grund aufzuhören. Ich hatte eher das Gefühlt, dass ich meine Karriere hatte, alles gegeben und auch viel erreicht habe. Da musste ein Schlussstrich her. Ich bin sehr dankbar und glücklich, dass da alles gut funktioniert hat und dass es uns so gut geht.

 

Hat es den Kinderwunsch bei Ihnen schon länger gegeben?

Ja, ganz klar. Ich habe selbst Geschwister und habe auch Kinder immer schon sehr gern gehabt. Mit einem eigenen Kind ist das alles noch mal ein bisschen was anderes, man nimmt alles viel intensiver und aus anderer Perspektive wahr. Ich würde das nicht anders wollen.

 

Haben Sie sich, als der Wunsch konkreter wurde, in irgendeiner Weise besonders auf eine Schwangerschaft vorbereitet?

Nein, das kann ich wirklich nicht sagen. Ich glaube, dass man das auch gar nicht so wirklich kann. Für mich war damals – genauso wie heute – sehr wichtig, dass ich mich fit fühle. Ich glaube, das ist sehr wichtig. Man sollte sich in seiner Haut, seinem Körper wohlfühlen und auch etwas dafür tun. Vor der Schwangerschaft habe ich daher ganz normal mein Leben gelebt, mich ausgewogen ernährt, Sport betrieben, genügend geschlafen und all diese Dinge, die eigentlich jeder Mensch machen sollte, aber keine gesonderte Vorbereitung.

 

Als Sie wussten, dass Sie Mutter werden, haben Sie dann bestimmte Vorbereitungen getroffen?

Ich glaube, da wächst man eigentlich mehr so hinein. Am Anfang war ich ganz euphorisch, konnte es kaum erwarten bis ich es allen erzählen konnte. Gegen Ende kann man es kaum noch erwarten, den kleinen Zwerg endlich zu sehen und hat viele Fragen. Da haben mir zum Glück auch Freundinnen, meine Mutter und meine Schwiegermutter vieles aus Erfahrung beantworten können. Ratgeber sind da eine große Hilfe, weil man ja möglichst alles richtig machen will und sich vorbereiten möchte. Als unser Kind dann da war, kam alles irgendwie von selbst – da kann man viel mit Gefühl vorgehen.

 

Wie steht es eigentlich um das Thema Fitness während der Schwangerschaft – Stichwort: Sport, Ernährung?

Da gibt es, glaube ich, kein Patentrezept. Natürlich sollte man vorsichtig sein, nicht stürzen oder gar auf den Bauch fallen, sich überanstrengen, keine Frage. Im Grunde hab ich das alles mit meinem Arzt besprochen. Die erste Zeit muss sich der Körper erst einmal an das Kind gewöhnen, da war ich weniger aktiv, aber dann doch wieder sehr viel in der Natur unterwegs. Ich hab einfach alles gemacht, wobei ich mich wohlgefühlt habe und was gut gegangen ist. In der Schwangerschaft plötzlich mit Sport zu beginnen ist, denke ich, keine gute Idee. Ich war davor schon sehr aktiv und konnte bis zum Schluss Pilates und leichte Ausdauersportarten machen. Ernährt hab ich mich auch wie immer, regional und saisonal, nur als der Bauch größer wurde öfter und dafür kleinere Portionen.

 

Wie ging es Ihnen nach der Geburt? Haben Sie nach der Ankunft des Kindes Ihr Sportprogramm wieder aufgenommen?

Den ersten Monat nach der Geburt habe ich eigentlich außer Spazierengehen so gut wie nichts gemacht, dann mit leichtem Beckenbodentraining begonnen. Da habe ich aber das Kind in den Vordergrund gestellt und mich mehr auf’s Stillen und darauf konzentriert, für ihn da zu sein. Jetzt geh ich mit ihm spazieren, wandern oder auch laufen, das ist wirklich wunderschön und ich würde mir durchaus noch weitere Kinder wünschen.