Was ist Diabetes?

Diabetes ist eine heterogene Gruppe von Krankheiten, die gemeinsam haben, dass der Blutzuckerspiegel erhöht ist. Dabei gibt es den klassischen Typ-I-Diabetes, der Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene betrifft, die einen absoluten Insulinmangel aufweisen. Die Gruppe der Typ-II-DiabetikerInnen (fast 90 Prozent aller DiabetikerInnen) betrifft Menschen im mittleren bis höheren Erwachsenenalter, die anders als Typ-I üblicherweise übergewichtig bis fettleibig sind und eine Kombination aus Insulinmangel und einer Unempfindlichkeit gegenüber dem körpereigenen Insulin zeigen.

„DiabetikerInnen müssen wissen, dass der Blutdruck unter 140/90, der LdL- Cholesterinwert unter 70 und der HbA1c-Wert als Maß der Blutzuckerkontrolle unter 7,5 sein sollte.“

Dann gibt es die Gruppe der Schwangerschaftsdiabetikerinnen, die im Rahmen einer normalen Schwangerschaft einen Diabetes entwickeln, der üblicherweise nach der Schwangerschaft wieder verschwindet. Die vierte Gruppe fasst ererbte, medikamenteninduzierte Diabetesformen zusammen und solche, die aufgrund einer anderen Störung der Bauchspeicheldrüse, beispielsweise nach Operationen oder Entzündungen oder durch Alkoholmissbrauch manifestieren.

Unterscheidet sich der Diabetes bei weiblichen Organismen von denen männlicher?

Rein biochemisch unterscheidet sich der Diabetes, wie ihn Frauen bekommen, nicht von dem der Männer. Insgesamt bestehen bei Diabetes aber sehr heterogene Diagnosemöglichkeiten, selbst beim Typ-II bestimmt man, ob Insulinmangel oder Insulinresistenz im Vordergrund stehen. So unterscheidet sich in Wahrheit ein Betroffener vom anderen unabhängig vom Geschlecht. Es gibt allerdings dann im Management der Erkrankung sehr wohl Unterschiede zwischen Männern und Frauen.

Unterscheiden sich die Symptome, wenn man der Krankheit auf die Spur kommt?

Im Prinzip ja. Der Typ-II-Diabetes ist üblicherweise eine Erkrankung, die nicht symptomatisch manifestiert, das sind Zufallsbefunde des erhöhten Blutzuckers. Typ-I-DiabetikerInnen manifestieren dagegen sehr deutlich mit Symptomen, wie Gewichtsverlust, vermehrtem Durst und vermehrt Harndrang, Schwäche und Sehstörungen, weil dies Insulinmangelsymptome sind.

Ist Schwangerschaftsdiabetes eine limitierte Krankheitserscheinung, weil sie tatsächlich nur den Status der Schwangerschaft meint?

Schwangerschaftsdiabetes meint, dass der Diabetes bei der Frau in der Schwangerschaft auftritt und danach wieder verschwunden ist. Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen beim Mutter-Kind-Pass werden entsprechende Tests gemacht und bei Nachweis genauso mit Ernährung und Bewegung und nur wenn nötig mit Insulin behandelt.

Was passiert, wenn Schwangerschaftsdiabetes unbehandelt bleibt?

Er ist üblicherweise so mild ausgeprägt, dass er für die Gesundheit der Mutter keine Rolle spielen würde. Er führt aber zu makrosomen Kindern, die für das Geburtstalter Übergröße und Übergewicht aufweisen, was den Kaiserschnitt notwendig macht und ihnen ein höheres Risiko für Typ-II-Diabetes verursacht, so wie eine Mutter nach einem stattgehabten Schwangerschaftsdiabetes auch ein höheres Risiko hat, anschließend einen Typ-II-Diabetes zu bekommen.

Können Diabetikerinnen schwanger werden?

Selbstverständlich können Typ-I-Diabetikerinnen schwanger werden, Frauen mit Typ-II Diabetes sind ja meist nicht mehr in gebärfähigem Alter. Es setzt jedoch eine vernünftige Planung voraus, Patientinnen sollten sich um eine besonders gute Stoffwechselkontrolle bemühen. Bis zu einem gewissen Grad haben Diabetikerinnen auch immer eine Risikoschwangerschaft, besonders Frühaborte kommen bei ihnen wesentlich häufiger vor. Auch hier besteht die Gefahr makrosomer Kinder und deren schwerer Geburt.

Welche regelmäßigen Kontrollen brauchen DiabetikerInnen?

Typ-I-DiabetikerInnen müssen zwischen 4-6 Mal täglich Insulin spritzen, den Blutzuckerwert messen und den Insulinvorrat permanent an die Aktivitäten angleichen, können also keinen Tag Urlaub nehmen. Außerdem sind vierteljährliche Laborbesuche zum Check der Blutwerte unumgänglich.

Wieso beeinträchtigt Diabetes die Sexualität der Betroffenen?

Bei fortdauernder Diabetes können diabetische Nervenschädigungen auftreten, die sogenannte Neuropathie; aber auch Gefäßschädigungen, die bei DiabetikerInnen entstehen können, betreffen möglicherweise die Geschlechtsorgane und führen dann natürlich zu Beeinträchtigungen im Sexualleben.

Was sind die wichtigsten Parameter von Gesundheit?

Die drei zentralen medizinisch zu kontrollierenden Risikofaktoren bei Menschen mit Diabetes sind in jedem Fall der Blutzucker, der Blutdruck und die Blutfette, also das LdL-Cholesterin (Low densitiy Lipoprotein), das später zum Cholesterin wird.