Dr. med. univ. Katharina Taucher
Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Ärztin für Allgemeinmedizin, Kinderwunschspezialistin

Die gute Nachricht ist, dass vielen Frauen geholfen werden kann, sich ihren Traum vom Kind zu erfüllen. Ein ausführliches Gespräch kann klären, wo Ursachen liegen könnten und wie am Besten geholfen werden kann.

Wenn beispielsweise der Zyklus nicht ganz regelmäßig ist, kann mit Medikamenten die Bildung von reifen Eizellen unterstützt werden. Oft sind es nur Kleinigkeiten, die die natürlichen Abläufe im Körper optimieren, sodass neues Leben entstehen kann. Frauen sollten umso eher Hilfe einholen, je länger sie sich schon ein Kind wünschen und desto älter sie sind.

Welche Behandlung dann gemacht wird oder auch nicht, entscheidet das Paar selbst. Ob es sich um ein Schicksal handelt, kann man erkennen, wenn mögliche Ursachen und ihre Behandlungsmethoden bekannt sind.

Denn was das Paar daraus macht, entscheidet wohl eher die Lebenseinstellung.

 

Was kann die Frau selbst beitragen, um die Fruchtbarkeit zu steigern? Stichwort: Lebensstil, psychische Faktoren, Stress und alternative Behandlungsmethoden.

 Der Zeitpunkt, an dem sich ein Paar für ein gemeinsames Kind entscheidet, ist immer sehr aufregend und spannend. Wenn es nicht klappt, ist die Enttäuschung darüber umso größer. Das bedeutet automatisch Stress. Viele Dinge wie berufliche Ausbildung und Aufstieg kann man sich erarbeiten durch Disziplin und Konsequenz. Aber diese Strategie funktioniert nicht zwangsläufig bei der Erfüllung des Wunsches nach einem Kind. Und genau diese Diskrepanz lässt viele ein wenig verzweifeln. Gut gemeinte Ratschläge wie: „entspannt Euch ein wenig und fahrt auf Urlaub“ sind wenig hilfreich.

Entlastung in dieser Situation bringt wohl eher, wenn man sich mit dem Thema einem Experten anvertraut. Wir Experten nehmen die Patienten an der Hand, können beraten, welche Untersuchungen zur Klärung der Ursache nötig sind und anhand der Ergebnisse einen Behandlungsplan erstellen. Somit haben die Paare einen Vertrauten und Berater, der Ihnen mögliche Lösungen anbieten kann und gleichzeitig auch wieder mehr Ressourcen für die Partnerschaft und den Beruf. So können Stress und psychische Faktoren schon deutlich reduziert werden.

Interessant ist ja auch, dass Frauen oftmals kurz nach dem ersten Besuch bei uns schon schwanger werden. Vielleicht liegt das auch daran, dass ein Bekenntnis zur eigenen Kinderlosigkeit psychische Barrieren lösen kann. Prinzipiell empfehle ich hier immer Methoden, die der Frau selbst gut tun und angenehm sind, also nicht schmerzhaft sind, zur individuellen Persönlichkeit der Frau passen und auch auf schulmedizinsiche Behandlungsmethoden abgestimmt sind.

 

Und wenn die Frau durch eine Behandlung schwanger wird- muss diese dann mit speziellen Risiken oder Komplikationen rechnen?

Moderne Reproduktionsmedizin bedeutet Risiken und Komplikationen möglichst zu vermeiden. Dies kann durch mehrere Maßnahmen erzielt werden: Ich versuche zunächst immer eine schonende und möglichst natürliche Methode. Erst wenn dies nicht zum Erfolg führt und eine künstliche Befruchtung im Raum steht, werden dabei in milder Dosis die Eierstöcke angeregt, um eine übermäßige Vergrößerung der Eierstöcke zu vermeiden.

In den letzten Jahren wurden die Techniken im Labor derart verfeinert, dass mit dem Transfer von nur einem Embryo die Rate an Zwillings- und Drillingsgeburten erfreulicherweise immer weiter rückläufig ist. So sinkt auch die Rate an Frühgeburten und Komplikationen für Mutter und Kind während der Schwangerschaft. Obwohl man das Risiko somit reduzieren kann, wird es dennoch nie null sein. Es handelt sich schließlich dabei um das spannende Abenteuer: Leben!