„Kind und Karriere – ach das mach ich mit links...  Glauben Sie mir, alle diejenigen, die das sagen, betrügen sich selbst. Kinder groß zu ziehen und parallel einen Beruf auszuüben ist eine riesige Aufgabe. Da klappt es nicht immer, jeden Tag voll fit zu sein.“ 

Die Frau, die mir das erzählt, sieht dafür aber blendend aus. Sie überbringt seit 2004 - zumindest für die Gewinner - zweimal wöchentlich eine frohe Botschaft. Die Rede ist von Österreichs Lottofee Karin Schranz-Klippl.  Sie moderiert jeden Mittwoch und jeden Sonntag im ORF 2 die Ziehung der Zahlen „6 aus 45“.

 „Warten Sie mal einen Augenblick“, sagt Karin Schranz-Klippl. Im Hintergrund hört man den kleinen Noah, gerade einmal 2 Monate und eine Woche alt, sein Recht einfordern. Das Baby brachte unser Gespräch damit genau auf den Punkt. 

 

Zeitmanagement

„Bei mir sind die Chancen für ein gutes Gleichgewicht zwischen Beruf, Familie und Freizeit recht gut, aber das liegt sicherlich daran, dass ich als Freiberuflerin und Selbständige über ein anderes Zeitmanagement verfügen kann. Ab der kommenden Woche werde ich auch wieder arbeiten“, berichtet die sportliche 37-jährige. Im Gespräch mit ihr merkt man schnell welch eine leidenschaftliche Mutter Karin Schranz-Klippl ist. Denn sie hat aus einer vorherigen Verbindung schon zwei Kinder: Alina ist 12 und Aaron 6 Jahre alt. 

 

Neuer Familienzuwachs 

Inzwischen ist das Glück wieder komplett bei Karin Schranz-Klippl eingezogen. Damit hatte sie so gar nicht gerechnet. Sie begegnete ihrem Traummann. „Mit meinem neuen Partner habe ich wirklich das große Los gezogen. Er ist ein echter Familienmensch, und ich fühle, dass ich endlich wieder angekommen bin. Insofern war die weitere Schwangerschaft und Baby Noah wirklich der I-Punkt auf die neue Beziehung mit Ex-Tennisprofi, Daviscup-Spieler und Inhaber einer Tennisakademie Wolfgang Schranz. Schnell lief es nach der Hochzeit dann auch auf einen Familienzuwachs hinaus.

„Die Schwangerschaft verlief bestens, außer der üblichen Müdigkeit und Übelkeit“, verriet mir die Moderatorin. Aber nach zwei Geburten, „weiss man ja was auf einen zukommt“, fügt sie schmunzelnd an.  

 

Alleinerziehend

Ob sie einen Unterschied zwischen einer Schwangerschaft mit Anfang 20 und einer Mitte dreißig beschreiben könne, will ich wissen. „Nun ja,  wahrscheinlich ist man Anfang zwanzig unbeschwerter und vielleicht auch ein wenig sorgenfreier. Auch wenn in Österreich jede zweite Ehe geschieden wird, habe ich nicht ahnen können, dass ich meine beiden Kinder eine Zeitlang als alleinerziehende Mutter groß ziehen muss. Aber man meistert auch diese Schwierigkeiten – und ich möchte diese Zeit in meinem Leben auch nicht missen.  Allerdings darf man seine Kinder nicht als Partnerersatz betrachten, das stellt für beide Seiten eine Überforderung dar.

 

Zielstrebigkeit

Im Gespräch mit der attraktiven, sportlichen Frau erkennt man sehr schnell die Strebsamkeit, mit der sie ihre angepeilte Ziele angeht. Nach einer kurzen Modelkarriere unterrichtete sie einige Jahre als Lehrerin, machte aber nebenbei eher aus Spaß schon Moderationen. 

„Das Lehrerdasein  war für mich nicht wirklich erfüllend. Die vorgegebenen engen Strukturen haben mich eingeengt. Ich habe irgendwann gemerkt, dass es für mich in eine andere Richtung geht“, erläutert sie. „Ich wollte zum ORF und habe mich dort hartnäckig beworben. Irgendwann hat es dann geklappt.“

 

Modernes Frauenbild

Karin Schranz-Klippl verkörpert mit ihrem Leben und ihren Einstellungen ein. In der Gegenwart ist das Zusammenspiel von Beruf und Familie durch ein perfektes Zeitmanagement und richtige Organisation möglich. „Auch ich habe ein wenig Zeit gebraucht, um alle Rollen, die ich habe: Mutter, Ehefrau, Unternehmerin, Moderatorin anzunehmen und ein ausgewogenes Verhältnis hinzubekommen.“

Mit Kind Nummer drei ist für sie nun die Familienplanung abgeschlossen: „Drei Kinder passen gut in ein gemeinsames Auto, ohne dass es gleich ein Bus sein muss.“  

Eifersüchtig sind die beiden älteren Geschwister auf den jungen Spross der Familie nicht. „Alena unterstützt mich wo sie kann. Und auch Aaron freut sich über seinen kleinen Bruder.“