Wer sind die Vienna Pink Dragons und was steckt hinter der Gründung?

Die Vienna Pink Dragons sind eine Rehabilitationssportgruppe für Brustkrebsbetroffene im Drachenbootsport. Vor über zwanzig Jahren entstand das „Pink Paddling“ nach einer kanadischen Pilotstudie, in der die Vorteile des Drachenbootfahrens nach einer Brustkrebserkrankung nachgewiesen wurden.

Heute gibt es weltweit bereits über 200 Pink-Paddling-Teams. In Österreich sind wir noch relativ jung, aber als Neuseeländerin kenne ich Pink Paddling schon länger als proaktive Methode nach einer Erkrankung. Auch hierzulande sind mittlerweile viele ÄrztInnen davon überzeugt, dass Bewegung, wie etwa das Drachenbootfahren, in der Rehabilitation ganz wichtig ist.

Warum wirkt sich gerade der Drachenbootsport so positiv aus?

Das Drachenbootfahren ist eine starke repetitive Bewegung des Oberkörpers. Entgegen der ursprünglichen Befürchtung der Entstehung von Lymphödemen, ist die Bewegung für den Lymphfluss sogar sehr förderlich. Außerdem kann die Beweglichkeit des Schultergürtels, die oftmals gerade nach einer Operation eingeschränkt ist, verbessert werden.

Generell sind auch alle Bewegungsübungen wie Nordic Walking oder Schwimmen förderlich. Statische Belastungen hingegen sind eher kontraproduktiv. Darüber hinaus ist auch der psychosomatische Aspekt nicht zu unterschätzen. Das Pink Paddling hilft nicht nur im Alltag, sondern es ist auch beruhigend zu wissen, dass man mit Menschen, die Ähnliches durchgemacht haben, gemeinsam Sport treiben kann.

Welchen Mehrwert hat das Pink Paddling noch?

Der Drachenbootsport ist unsere Plattform, um das Bewusstsein für Brustkrebs zu stärken. Wenn man regelmäßig Sport macht, hilft das ganz generell in der Prävention und außerdem, um etwa einen wiederkehrenden Brustkrebs hinauszuzögern oder zu verhindern. Der Sport hilft uns und wir helfen uns gegenseitig! Viele Frauen müssen sich nach der Behandlung erst einmal wieder sammeln. Dabei hilft es sehr, dass man einen Sport sicher ausüben kann – aber eben entsprechend der eigenen Kraft.

Beim Drachenbootfahren kann man sich also auf sein Team verlassen!

Drachenboot ist ein toller Teamsport! Man sitzt mit zwanzig Leuten in einem Boot und es gibt keine Altersgrenzen. Wir sind für jeden da – auch was den Erkrankungsgrad betrifft. Es geht um das Gemeinschaftsgefühl und wir fangen unsere Mitglieder auch dann auf, wenn der Brustkrebs vielleicht wiederkommt.

Eigentlich sind wir wie eine Selbsthilfegruppe, nur sitzen wir nicht im Kreis (lacht). Man muss keine Sorge haben, dass man bei uns unbedingt über Brustkrebs sprechen muss, aber wir haben Verständnis.

Dieses Verständnis zeigen die Vienna Pink Dragons auch immer wieder bei Veranstaltungen, oder?

Genau! Am 10. Juni haben wir etwa im Zuge des Drachenbootfestivals in Wien eine Brustkrebskategorie organisiert. Es war eine sehr erfolgreiche Veranstaltung, bei der wir auch die wichtige Tradition der Blumenzeremonie in Österreich zelebriert haben. Wir erinnern uns dabei an die Verstorbenen und setzen gleichzeitig ein Zeichen der Hoffnung für diejenigen, die eine Behandlung durchmachen. Wir möchten allen Betroffenen Mut machen! Schließlich machen wir es als Team und sind eine große Familie!