Virus ahoi: Wenn die Temperaturen fallen, begeben sich Krankheitserreger auf große Fahrt. Das menschliche Immunsystem hat erheblich mehr zu tun, wenn die Seen zufrieren und der Schnee fällt. Wer dann meint, dass er sich zur Vorbeugung einfach nur schön im Warmen und Trocknen zu verbarrikadieren braucht, irrt gewaltig und ist einer Erkrankung sehr viel näher als er glaubt – auch deshalb, weil Keime nicht an der Haustür kehrtmachen, sondern in jeder Wohnung zu finden sind.

Die zentralen Verkehrswege für Krankheitserreger sind die Nase, der Mund und der Rachen. Sind diese Wege nicht ausreichend gerüstet, können die Viren Vollgas geben. Gerade die Schleimhäute fungieren als die erste große Hürde, die normalerweise viele Keime nicht nehmen können. Trocknen diese durch Heizungsluft oder zu wenig Flüssigkeit aber aus, können die schädlichen Mikroorganismen aber doch leicht eindringen.

Der Teufel im Textil

Und nicht nur dort ist der Körper angreifbar: Werden zum Beispiel die Füße kalt, verengen sich die Blutgefäße, um einen weiteren Wärmeverlust zu verhindern. Dadurch werden der Nasen- und Rachenraum schlechter durchblutet und sind leicht angreifbar. Deshalb schützen nicht nur Schals den Hals, sondern ebenso dicke Socken.

Vieles, was uns dabei unterstützt, gesund durch den Winter zu kommen, gibt jedoch leider auch der Keimverbreitung eine Hilfestellung: Wollkleidung wird in dieser Jahreszeit von vielen bevorzugt, aber wegen ihres Materials häufig nicht so oft gewaschen, wie sie es getan werden sollte: Wolle zieht Staub und Körperflüssigkeiten an, Keime werden hier schnell heimisch.

Auch anderswo liegt der Teufel im Textil: Das traditionelle Stofftaschentuch hat an der Nase nichts mehr verloren. Wer den verschnupften Riecher damit putzt, züchtet in der Hosentasche sehr schnell seinen privaten Keimherd. Papiertaschentücher sind da die hygienischere Alternative, sollten nach der Benutzung aber auch schnell entfernt werden.

Eine Dusche gegen Schnupfen

Im Winter schätzen viele zudem das warme Bett als Zufluchtsort vor der Kälte: Deshalb wird empfohlen, sich der Matratzenreinigung noch intensiver zu widmen, da wir hier in Form von Hautzellen, Haaren und Körperflüssigkeiten vieles hinterlassen, was Krankheitserreger anzieht. Daher ist ebenso im Winter eine vernünftige Körperpflege angebracht. Alle, die der Ansicht sind, im Winter weniger duschen zu müssen, weil weniger Schweiß als im Sommer rinnt, liegen falsch.

In der Heizungsluft in geschlossenen Räumen oder der geringen Luftfeuchtigkeit draußen trocknet die Haut schneller aus, sodass mehr Hautzellen abgeworfen werden. Zudem sondern die Talgdrüsen zum Ausgleich vermehrt Lipide ab, bevor sie unter minus 8° Celsius ihren Dienst komplett einstellen. Da kann ein regelmäßiges Bad schon Abhilfe schaffen. Schließlich kann nicht nur schlechte Ernährung oder falsche Kleidung zu einer Grippe führen. Manchmal liegt es auch daran, dass man einfach nicht sauber genug war.