Das Thema Darmgesundheit ist immer noch ein Tabu in unserer Gesellschaft. Doch jeder von uns war schon mindestens einmal in seinem Leben von Ärgernissen wie Blähungen, Verstopfung oder Durchfall betroffen. Also was tun, wenn der Darm verrückt spielt und lässt sich vielleicht sogar vorbeugen?

Gehirn & Darm

Unser Gehirn arbeitet mit dem Darm viel enger zusammen, als man vermuten würde. So verwendet das Gehirn die gleichen Neurotransmitter, wie sie auch im Darm vorkommen. Daher wirken sich Stimmungsschwankungen, langanhaltender Stress oder belastende Situationen stark auf unsere Darmgesundheit und damit auf unser Wohlbefinden aus. Doch jeder kann selbst etwas dazu beitragen, um den Darm gesund zu halten und oben genannte Beschwerden so weit wie möglich zu reduzieren.

Blähungen

Blähungen entstehen immer dann, wenn sich zu viel Luft im Verdauungstrakt befindet oder wenn verstärkt Darmgase in den Verdauungsorganen produziert werden. Zu den häufigsten Ursachen für Blähungen zählen falsche Essgewohnheiten. Zu hastiges Essen etwa befördert viel Luft in den Verdauungstrakt, die dann über den Darm wieder entweichen muss.

Während des Verdauungsprozesses entstehen aber auch Gase, besonders nach dem Verzehr von ballaststoffreichen Lebensmitteln. Auch bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten kommt es häufig zu Blähungen, oft auch mit Schmerzen verbunden. Wenn Blähungen lange anhalten oder schmerzhaft sind, sollten sie vom Arzt abgeklärt werden. Bei harmlosen Formen helfen aber oft schon bewussteres Essen und der Verzicht auf Hülsenfrüchte.

Verstopfung

Bei weniger als drei Stuhlgängen pro Woche spricht man von Verstopfung. Sie gilt als klassische Zivilisationskrankheit und ist meist harmlos. Anhaltender Stress, mangelnde Bewegung in Kombination mit ungesundem Essen und ungenügender Flüssigkeitszufuhr begünstigen die Entstehung einer Verstopfung. Und damit ist auch gleich klar, was man dagegen tun kann.

Eine nachhaltige Umstellung der Ernährung mit mehr Ballaststoffen, ausreichender Flüssigkeitszufuhr und Bewegung tragen neben einer Reduktion des Stresslevels maßgeblich dazu bei, die Darmfunktion wieder zu normalisieren. Sollten diese Maßnahmen nicht fruchten, besteht die Möglichkeit einer ernsten Erkrankung wie etwa Darmkrebs, daher sollte bei langanhaltender Verstopfung ein Arzt hinzu gezogen werden.

Durchfall

Kommt es häufiger als dreimal täglich zu einer Entleerung eines wässrigen oder breiigen Stuhls, spricht man von Durchfall. Ausgelöst werden Durchfallerkrankungen meist durch eine Infektion mit Bakterien oder Viren. Die häufigste Ursache für Durchfall sind Noroviren. Meist verlaufen Durchfälle, die durch Infektionen ausgelöst werden, aber harmlos und klingen nach einigen wenigen Tagen von selbst wieder ab.

Kann jedoch nicht genug Flüssigkeit zugeführt werden oder sind Kleinkinder oder alte Menschen betroffen, muss ein Arzt aufgesucht werden. Auch wenn Durchfälle länger als zwei Wochen anhalten, kann eine ernstzunehmende Krankheit dahinter stecken. Vorbeugen lässt sich einer Durchfallerkrankung nur durch häufiges Händewaschen, hohe Hygienestandards und durch die Vermeidung von Kontakt mit Betroffenen.