Trockene, schuppige, silbrig-weiß glänzende, manchmal mit Bläschen besetzte, teils gerötete, rissige oder gar nässende, blutende Haut - das sind die typischen Anzeichen einer chronischen Schuppenflechte (Psoriasis). Sie kann den ganzen Körper befallen, einschließlich der Nägel und Gelenke, die sich im Falle einer Psoriasis arthropathica auch entzünden. Die Schuppenflechte ist somit keine reine Hautkrankheit, sondern eine sogenannte Systemerkrankung.

Für 160.000 Österreicher ist sie ein ständiger Begleiter. Die meisten von ihnen erkrankten erstmals zwischen ihrem 15. und 25. Lebensjahr (Frühtyp) an der Autoimmunkrankheit, jeder Dritte vor seinem 20. Geburtstag. Auch in der Altersgruppe 50 bis 60 Jahre gibt es auffallend viele Ersterkrankungen.

Schuppenflechte hat viele Ursachen

Die nicht ansteckende Schuppenflechte kann verschiedene Ursachen haben, oft sind mehrere Faktoren zugleich als Auslöser verantwortlich. Man nennt sie deshalb auch multifaktoriell bedingte Erkrankung.

Zu den Ursachen gehören neben einer genetischen Veranlagung auch Risikofaktoren wie Infektionen, bestimmte Medikamente oder Verletzungen der Haut. Selbst das Klima oder die psychische Verfassung begünstigen mitunter die Entwicklung einer Psoriasis. Ebenso wie der Lebensstil: Rauchen, Alkohol, Übergewicht, Hormonschwankungen (verursacht zum Beispiel von der Pubertät, einer Schwangerschaft, den Wechseljahren) und emotionaler Stress beeinflussen den Ausbruch oder eine Verschlechterung, einen sogenannten Schub, der Schuppenflechte.

Im Herbst und Winter am schlimmsten

Viele Psoriasis-Patienten erleiden im Herbst und im Winter besonders starke Schübe ihrer Erkrankung. Kein Wunder, nimmt es doch selbst gesunde Haut in der kalten Jahreszeit schon durch die häufigen Temperaturwechseln zwischen drinnen und draußen sehr mit. Für Menschen mit Schuppenflechte ist das Leid um ein Vielfaches größer: Der natürliche Stoffwechsel der Haut ist bei ihnen von der Krankheit eh schon arg beeinträchtigt, jeder zusätzliche Reiz, wie beispielsweise zu trockene Luft wegen überheizter Räume (daheim wie in Büro, Schule, Supermarkt oder Arztpraxis) und / oder dicker Wintersachen bedeutet zusätzlichen Stress für die Haut und zusätzliche Beschwerden für den Menschen mit Schuppenflechte. Sämtliche Symptome können sich verschlimmern - ein Teufelskreis, dem schwer zu entkommen ist.

Auch die für den Herbst und Winter typische, (zu) geringe Dosis an Sonnenschein auf der Haut betrachten Experten als Ursache für die dann stärkeren Schübe der Psoriasis. Schließlich hat sich die Sonne als therapeutisches Mittel gegen Schuppenflechte gut bewährt. Doch wer kann schon für Monate dem hiesigen Wetter in den sonnigen Süden entfliehen?

Wie geht es Österreichern mit Schuppenflechte – eine Umfrage soll aufklären

Eine Besserung der Symptome oder gar Gesundung von Schuppenflechte-Patienten vor allem das Ergebnis gezielter Bestrebungen von Vielen. „Gesundheit ist Teamwork: Speziell bei chronischen Erkrankungen ist die aktive Zusammenarbeit zwischen Ärzten verschiedener Fachbereiche, Apothekern, Patienten selbst und auch deren Umfeld für den Erfolg einer Therapie entscheidend“, so Univ.-Prof. Dr. Peter Wolf von der Universitätsklinik für Dermatologie der Medizinischen Universität Graz.

Er weiß, dass jeder dritte Psoriasis-Patient über „massive Einschränkungen der Lebensqualität“ klagt und demnach nicht ausreichend behandelt ist. „Die Versorgungsqualität von Menschen mit Psoriasis ist mit Sicherheit auch bei uns noch verbesserungsfähig ... Wir müssen die Betroffenen in Österreich befragen, um herauszufinden, wo wir in den nächsten Jahren ansetzen müssen“, sagt Prof. Wolf.