Was unterscheidet Ihrer Meinung nach die Bedürfnisse weiblicher Körper grundlegend von denen männlicher?

Frauen sind emotionaler und nehmen Dinge oft feinfühliger wahr. Während Frauen Krankheiten beispielsweise häufig eher bemerken, leiden Männer viel mehr daran. Und Frauen machen sich oft auch Gedanken über ihren oder den Gesundheitszustand anderer, auch wenn es ihnen gut geht. Außerdem wird die Frau viel mehr über ihr Äußeres wahrgenommen wird als der Mann. Also beginnt sie sich auch über die Beschaffenheit ihrer Haut, Haare und Nägel Gedanken zu machen. Nicht zuletzt geht es auch um ihre Energie als gesundheitlicher Anspruch. Das beginnt schon früh beim Aufstehen. Wie fühlen Sie sich, wenn Sie morgens aufwachen?

Was machen Sie dann, wenn Sie die Antwort darauf wissen?

Man muss sich überlegen, was man tun kann. Fühlt man sich beispielsweise gerädert, weil die Nacht zu kurz war oder das Baby schlecht schlief, müssen Lösungen überlegt werden, die den Partner vielleicht mit einbeziehen. Antworten lassen sich auch oft in der Ernährung bzw. körperlichen Übungen finden. Nehmen Sie sich die Zeit zum Nachspüren!

Damit frau sich rundum wohl fühlt, kommt es Ihrer Meinung nach worauf an?

Eine Frau muss sich wohl in ihrer Haut und fit fühlen und in guter Gesellschaft sein. Der morgendliche Blick in den Spiegel beeinflusst die Laune und die wiederum ist Filter der Empfindungen. Das Wichtigste spielt sich deshalb morgens ab, das Frühstück sollte auf den eigenen Zustand angepasst sein, damit der Tag ein guter werden kann.

Wie beginnt der Tag dann gut für Sie?

Das Beste ist, frühmorgens erst einmal ein zwei Gläser Wasser zu trinken, je nach Verfassung warm oder kalt. Anschließend natürlich ein gesundes Frühstück, dass dem Körper Energie zuführt und nicht nimmt, also warme Getreidebreis mit gegartem Obst und das in Ruhe. Im Bad dann noch ein zwei Übungen fünf bis zehn Minuten lang und dann fängt der Tag gut für mich an.

Wie sieht eine gesunde Ernährung für Sie aus?

Als Freund von Kohlenhydraten achte ich darauf, diese Energielieferanten  bis zum Mittag ausreichend zu mir zu nehmen und abends zur Regeneration dann lieber eiweißreich zu essen. Dabei achte ich natürlich auf sinnvolle Kohlenhydrate, meide Weißmehlprodukte und achte auf Abwechslung zwischen Dinkel, Quinoa, Buchweizen, Hirse usw. Reduziertes Essen und Diäten sind häufig auf sehr einseitige Ernährung zurückzuführen, was ich sehr bedenklich finde. Unser Organismus kann nur so komplex und gut funktionieren, wenn unsere Speicher durch sehr abwechslungsreiche Nahrung immer wieder aufgefüllt werden.

Wie kann man sich selber auch überprüfen?

Eine Empfehlung wäre, sich einmal eine Weile zu beobachten und in ein kleines Notizbüchlein einzutragen, wann welche Nahrungsmittel zu welchen Zuständen geführt haben. Das mag anfangs lästig sein, ist aber Gold wert, um beispielsweise Unverträglichkeiten herauszufinden und die Ernährung sukzessive umstellen zu können. Man muss spüren, dass es einem gut tut. Die Motivation ist, sich gut zu fühlen. Sich zu überlegen, was Nahrung mit einem anstellt und wie man sich wirklich etwas Gutes tun kann. Und was für Energie sie einem bringt.

Was sind No-Go’s der Ernährung für Sie?

Alle Limonaden und gezuckerten Getränke werden von mir absolut gemieden. Auch Müslis und andere Nahrungsmittel, denen Zucker zugesetzt ist. Mich schrecken  die enorm bunt verpackten Lebensmittel ab, erst recht wenn sie auf Kinder fokussieren. Es ist notwendig, die Geschmackssinne wieder auf ein natürliches Level an süßem Empfinden zu bringen, z.B. mit Pfefferminztee, milder dunkler Schokolade oder Obst. Synthetisch hergestellter Zucker ist unbedingt zu meiden.

Was sind Übungen, die leicht in den Alltag integriert werden können?

Am besten nehmen Sie sich für jeden Wochentag zehnminutenweise etwas anderes vor: montags die Arme mit Hanteln oder einfach zwei gefüllten 1,5l Wasserflaschen, dienstags den Bauch, mittwochs die Beine usw. trainieren. Das lässt sich je nach Bedarf variieren. Auch bieten sich Hüpfübungen an, um den Kreislauf in Schwung zu bringen. Kurze Übungsvideos können dabei als Vorlage und zur Erinnerung dienen.

Haben Sie Empfehlungen für einen besseren Umgang mit sich selbst?

Stellen Sie sich morgens als erstes die Frage: Wie fühle ich mich? Und beginnen Sie dann langsam, Ursachen für die Antworten zu finden. Spätestens wenn man Kinder hat, muss man ja erst recht auf sich und seine Ernährung achten. Auch wenn es sich spießig anhört: Das Beste, was man sich antun kann, ist Regelmäßigkeit in allen Dingen: Ernährung, Schlaf, Pausen... ■