Pünktlich mit dem Wintereinbruch und den ersten Minusgraden steigt die Zahl verkühlter, hustender und niesender Menschen stark an. Was kann man dagegen tun, um der Krankheitswelle zu entgehen? „Die Kälte macht unsere Schleimhaut empfindlicher für Bakterien und uns damit anfälliger für Krankheiten.“, so Univ. Prof. Dr. Wolfgang Gstöttner, Vorstand der Univ. HNO-Klinik Wien. „Wir halten uns im Winter mit vielen Menschen in geheizten, engen Räumen auf, egal ob in der Straßenbahn, im Kino oder in Lokalen. Dadurch steigt das Risiko für eine Ansteckung stark an.“

 

Wenn der Hals schmerzt – ab zum Arzt

In den Wintermonaten kommen besonders Entzündungen im Rachen- und Kehlkopfbereich häufig vor. „Das beginnt mit Schmerzen beim Schlucken, Heiserkeit und Schnupfen. Wenn es dabei bleibt und die Symptome nach einigen Tagen zurückgehen, kann man es meist selbst behandeln.“, erklärt Prof. Gstöttner.

Wenn die Schmerzen während der Behandlung zunehmen oder über längere Sicht nicht zurückgehen, sollte man zum HNO-Arzt gehen. „Auch akute Mandelentzündungen treten in der kalten Jahreszeit häufiger auf. Oft kommt es sogar zur Bildung kleiner Abszesse um die Mandeln, die sehr schmerzhaft sind und zu Problemen beim Schlucken bis hin zu Atemnot führen können. “ Bei Kleinkindern ist auf ein charakteristisches ziehendes Geräusch beim Atmen zu achten, das auf Atemnot hindeutet. In solchen Fällen muss laut Prof. Gstöttner unbedingt ein Arzt zu Rate gezogen werden.

 

Wer krank ist, gehört ins Bett

Wie zahlreiche andere Krankheiten auch sollte man Erkrankungen im HNO-Bereich keinesfalls einfach übergehen. So lästig ein Rückfall auch ist, es kann noch viel schlimmer kommen. „Entzündungen können sich im Körper manifestieren, sodass die Bakterien im gesamten Organismus gestreut werden und Gelenksentzündungen hervorrufen. Selbst bei jungen Menschen sind Herzmuskelentzündungen möglich, die lebensbedrohend werden können.“, stellt Prof. Gstöttner klar.

 

Stirnhöhlenentzündungen unbedingt behandeln lassen

Ein weiteres Risiko besteht, wenn sich die Entzündung von der Nase in die Nebenhöhlen ausbreitet. „Dieses Krankheitsbild nennt man Sinusitis. Im akuten Fall kommen zum Schnupfen starke Kopfschmerzen im Stirn- und Kieferhöhlenbereich. Meist dauert es lange, bis sich das löst und abfließt. Mitunter sind auch Antibiotika zur Behandlung notwendig.“ Weiters besteht laut Prof. Gstöttner die Möglichkeit, dass sich solche Stirnhöhleneiterungen chronifizieren. Dabei treten häufig Schmerzen auf, das Sekret rinnt im Rachen ab, schädigt die Lunge und führt zu Asthma bronchiale.

 

„In solchen Fällen sprechen wir vom sinubronchialen Syndrom. Oft müssen die Nebenhöhlen dann chirurgisch saniert werden, um das zu vermeiden.“

 

Man kann vorsorgen

Mit gezielter Abhärtung vor und während der kalten Jahreszeit und einem entsprechenden Lebenswandel lässt sich dagegen jedoch ganz gezielt vorbeugen und die eigenen Abwehrkräfte stärken. „Sehr wichtig für unser Immunsystem ist regelmäßige Bewegung an der frischen Luft. Ein Waldspaziergang trainiert unsere Abwehrkräfte besser als eine Stunde im Fitnessstudio. In Verbindung mit vitaminreicher, gesunder Ernährung kann man viel dafür tun, um auch im Winter gesund und fit zu bleiben.“