Selbstbestimmung, Frausein, Gesundheit – Begriffe, die heute vielen Menschen leicht über die Lippen gehen und doch so viele bedeutende Veränderungen und Errungenschaften beinhalten. Die Themen Gesundheit und Krankheit wurden lange unter dem Blickpunkt des neutralen Patienten betrachtet und nicht für Frau und Mann gesondert.

Lange Zeit galt das Männliche als Norm, die medizinische Versorgung der Frauen war nach den Bedürfnissen der Männer ausgerichtet. Erst die Frauenbewegung zeigte auf, dass auch die Gesundheit ein Geschlecht hat. Frauen und Männer beschreiben nicht nur Krankheit anders, sie fühlen und erleben deren Symptome unterschiedlich.

Durch eine geschlechtsunspezifische Betrachtung droht eine Fehl-, Unter- oder Überversorgung der Frauen in der medizinischen Behandlung. Frauengesundheit ist heute endlich ein Thema und es ist vieles in Bewegung gekommen. Frauengesundheitszentren und Beratungsstellen, Netzwerke, Projekte und auch die Medizin und Forschung haben sich dem Thema gewidmet. Alle mit dem Ziel, Gesundheit beständiger zu halten.

Rollen wählen 

Alle Rollen, die Frauen im Leben einnehmen und die es zu bewältigen gilt, beinhalten verschiedene gesundheitsfördernde sowie gesundheitsgefährdende Aspekte. Frausein ist zugleich ein Geschenk und eine Herausforderung. Die Anforderungen und Erwartungen an Frauen sind vielfältig und variieren abhängig von den Funktionen, die sie übernehmen.

Zahlreiche Studien zur Ermittlung von Risikofaktoren für die Entstehung von typischen Zivilisationskrankheiten deuten in erster Linie auf schlechte Ernährungsgewohnheiten, Bewegungsmangel, Alkohol- und Nikotinkonsum, sowie Stress als Ursachen. Dies lässt jedoch außer Betracht, dass ein gesunder Lebensstil nicht allein das Maß aller Dinge für körperliche und psychische Gesundheit ist.

Wenn es um Prävention geht, steht die Lebensführung im Mittelpunkt der Interessen. Die Sozialisation prägt maßgeblich die Art und Weise, wie wir leben, mitsamt dem Selbstverständnis, das Frauen im Laufe ihres Lebens annehmen.

Entscheidungen treffen

Darüber hinaus sind viele weitere Faktoren und Entscheidungen im Leben ausschlaggebend: Kindheit und Pubertät,  Familie, Schul- und Berufsausbildung, sexuelle Orientierung, Interessen, Freundschaft, Bewusstsein für Gesundheit und Krankheit, Beruf, Hausfrauendasein, Entscheidung für Nachwuchs, für eine Familie oder auch für ein Singledasein mit Kindern oder ohne, Grundprinzipien der Kindererziehung, Eheschließung, Scheidung, Pensionsantritt und viele mehr.

Mit jedem einzelnen Faktor sind zahlreiche bewusste und unbewusste Entscheidungen verbunden, manche davon kann man frei wählen, für andere fehlt die Wahlfreiheit. Alle mit diesen Faktoren verbundenen Entscheidungen bringen Herausforderungen mit sich.

Gesundheit managen

Längerfristige Belastungen der körperlichen, psychischen oder sozialen Gesundheit können dazu führen, dass Krankheiten auftreten und sich letztlich manifestieren. In der heutigen Gesellschaft ist daher besonders zu berücksichtigen, dass sich Frauen immer in mehreren Rollen gleichzeitig wiederfinden und hieraus Mehrfachbelastungen resultieren.

Doch erst wenn die Aufgaben, Rollen und Chancen in unserer Gesellschaft zwischen Frauen und Männern gleichmäßiger verteilt sind, können die Mehrfachbelastungen der Frauen mit allen gesundheitlichen Risiken überwunden werden. Frauen müssen noch lernen, auf sich zu hören, ihre eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und diese auch klar zu kommunizieren. Sie sind sowohl ihre eigenen Gesundheitsmanagerinnen, als auch die ihrer gesamten Familie, treten aber bei sich selbst viel zu oft in den Hintergrund.


Die relevanten Gesundheitsthemen für Frauen sind so umfassend und vielseitig wie das Leben selbst. Dieser Ratgeber zeigt auf, was das Frauenherz begehrt und worauf SIE achten müssen, um gesund und fit zu bleiben – ein Leben lang.