Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Männer unabhängig vom kulturellen Umfeld und Lebensabschnitt öfter von Gesundheitsproblemen betroffen sind als Frauen. Der Zustand der physischen und psychischen Gesundheit hat enorme Auswirkungen auf die Lebensqualität eines jeden Mannes und beeinflusst die Beziehung zum Partner und zur Familie, die Produktivität am Arbeitsplatz und die Teilnahme am sozialen Leben.

Dennoch haben Studien erwiesen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Männer bei psychischen und physischen Problemen Hilfe suchen und auch in Anspruch nehmen, signifikant geringer ist als bei Frauen.

Mann beachte

Während Ernährung, Lebensstil und eine zunehmend alternde Bevölkerung Einfluss auf die Gesundheitsstatistiken haben, sprechen die Zahlen trotzdem für sich. 2014 haben sich in Österreich 989 Männer das Leben genommen, das sind 75 Prozent aller Suizide. Prostatakrebs ist die am häufigsten diagnostizierte Krebsart bei österreichischen Männern mit mehr als 55.000 erkrankten Österreichern.

Jeder dritte junge Mann in Österreich ist übergewichtig, Männer sind mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen und haben ein höheres Risiko, an Diabetes zu erkranken. Trotz der prekären Gesundheitssituation von Männern, wissen wir, dass Männer weniger dazu neigen, sich über ihre psychische und physische Gesundheit zu informieren, darüber zu sprechen und sich bei Bedarf an einen Arzt wenden.

Um einer Verschlechterung der allgemeinen Gesundheitssituation entgegen zu wirken, verlangt es jedoch nach einem Umdenken und einem veränderten Zugang zur eigenen Gesundheit. Dies ist essenziell, da die Verbesserung der Gesundheitssituation von Männern auch gleichzeitig zur Folge hat, dass sich nicht nur die Zukunftsperspektive für Männer sondern auch für Frauen, Kinder und die Gesellschaft als Ganzes verbessert.

Mann wisse

Die Förderung der Gesundheit und er Umgang mit spezifischen Männerkrankeiten steht im Vordergrund dieser Ausgabe. Sich zu informieren und sich Wissen über die eigene Gesundheit anzueignen ist notwendig, um die richtigen Entscheidungen für die eigene Gesundheit treffen und präventiv handeln zu können.

Als weltweit größte unabhängige Männergesundheitsorganisation setzt sich die Movember Foundation unter anderem dafür ein, dass sich Männer bewusster mit ihrer Gesundheit auseinandersetzen. Die folgenden, einfachen Prinzipien ermöglichen es bereits, mehr über die eigene Gesundheit zu erfahren und sein eignes Gesundheitsbewusstsein zu steigern.

  • Mit 50 Jahren sollten Männer ein Gespräch mit ihrem Hausarzt oder Urologen führen, um herauszufinden, ob ein PSA-Test notwendig ist. Sollte es in der eigenen Familie Fälle von Prostatakrebs geben, sollten Männer bereits ab dem Alter von 45 dieses Gespräch führen.
  • Männer sollten mindestens einmal im Monat ihre Hoden abtasten und selbst untersuchen. Bei Hodenkrebs kann die Früherkennung die Heilungschancen massiv steigern. Sollte man eine Veränderung entdecken, die sich nicht normal anfühlt, sollte sofort ein Arzt konsultiert werden.
  • Es ist wichtig, soziale Verbindungen aufrechtzuerhalten. Mit steigendem Alter verlieren Männer häufig Kontakt zu ihren Freunden. Zugunsten der psychischen Gesundheit müssen Männer aktiv Freundschaften und soziale Kontakte pflegen und mehr Zeit mit Freunden verbringen.
  • Körperliche Bewegung ist das A und O, um ein gesünderes Leben zu leben. Schon kleine Veränderungen können Großes bewirken.