Sie ist keine „echte“ Grippe wie die Influenza im Winter. Vielmehr handelt es sich bei der Sommergrippe um einen grippalen Infekt, wie wir ihn aus der kalten Jahreszeit kennen, mit Symptomen wie Halsschmerzen, Husten, Niesen, Fieber, Kopfschmerzen. So etwas kann einen Urlaub bzw. den Badespaß am Wochenende aber ordentlich vermiesen.

Wie der grippale Infekt des Winters wird auch die Sommergrippe von Viren hervorgerufen. Sind es im Winter vor allem die Rhino-Viren, mit denen man sich zum Beispiel im dichten Gedränge von öffentlichen Verkehrsmitteln ansteckt, so handelt es sich im Sommer eher um Coxsackie-Viren. Warum sie ausgerechnet im Sommer leichtes Spiel haben und zu Beschwerden führen und wie man diese lindert, weiß der Salzburger Allgemein- und Ganzheitsmediziner Walter Wührer.

Warum sind viele Menschen ausgerechnet in der warmen Jahreszeit anfällig für einen grippalen Infekt?

Grundsätzlich ist zu sagen, dass die Sommergrippe nicht so häufig auftritt wie die grippalen Infekte des Winters. Das hat damit zu tun, dass man sich in der warmen Jahreszeit viel mehr im Freien aufhält. Dort ist die Ansteckungsgefahr nicht so groß wie in der kalten Jahreszeit, in der man sich in viel in Räumen mit anderen Menschen aufhält.

Dennoch kann es auch im Sommer zu einer Schwächung des Immunsystems kommen – durch Stress, Zugluft, zu kalt eingestellte Klimaanlagen oder durch einen gestörten Darm.

Kann man auch durch zu intensives Sonnenbaden die Abwehrkräfte schwächen?

Ja. Wenn man bedenkt, dass man von den gemäßigten Temperaturen hierzulande in Urlaubsregionen fliegt, wo es vielleicht 40 Grad hat, dann kann man sich vorstellen, dass das eine Belastung für das Immunsystem darstellt. Neben dem Temperaturunterschied ist auch die biologische Wirkung zu starker Sonnenexposition auf die Haut eine Belastung des Immun- und Reparatursystems. Es gibt aber natürlich auch viele positive Effekte der Sonnenstrahlen.

Welche Rolle spielt Stress als Verursacher einer Sommergrippe?

Nicht von ungefähr haben die erwähnten Viren ausgerechnet bei Urlaubern leichtes Spiel. Gerade wenn die  Alltagsanspannung nachlässt, erlaubt sich der Körper gerne, sich mal hängen zu lassen. Es gibt natürlich auch einen gewissen Freizeitstress. Die Erwartungen in einen Urlaub sind verständlicherweise hoch.

Wenn es einen erwischt hat – wie kann man eine Sommergrippe wieder loswerden?

Im Grunde sollte das Immunsystem selbst das Problem lösen. Dabei kann man es natürlich unterstützen. Etwa durch leichte abwechslungsreiche Kost, vor allem dann, wenn der Darm von zu vielen kalten Getränken oder zu viel Eisschlecken durcheinander ist. Der Darm ist ja auch der Sitz unseres Immunsystems.

Außerdem empfehle ich viel zu trinken – zum Beispiel Tees. Jedenfalls sollte man sich schonen und keinen unnötigen Stress aufkommen lassen. Also nicht etwa zum Hotelarzt gehen und sich ein starkes fiebersenkendes Medikament geben lassen, um am nächsten Tag den Ausflug mitmachen zu können.

Ansonsten kann man eventuell einige Symptome behandeln. So etwa kann man bei Halsschmerzen mit Salbeitee gurgeln, bei Fieber Holunder- und Lindenblütentee und Cistrosentee zur Unterstützung der Virusabwehr trinken sowie Essigpatscherl anwenden und Nasenspülungen mit Salzwasser vornehmen. Im Zweifel geht es natürlich zum Arzt, es kann ja auch mal so etwas wie ein Harnwegsinfekt oder eine Lungenentzündung dahinterstecken.