Was bedeutet gesunder Schlaf?

Schlaf ist ein wichtiger Bestandteil der Regenerationsfähigkeit und dient der Erholung des menschlichen Organismus in der Nacht. In dieser Zeit geschehen Stoffwechselvorgänge, werden Zellen erneuert, abgebaut, umgebaut, der Organismus „entrümpelt“. Anschließend kann mit frischer Energie in einen neuen Tag mit all seinen Anforderungen gestartet werden. Der Schlaf ist also auch wichtig für Vitalität und Leistungsfähigkeit.

Sind diese Stoffwechselvorgänge auch wichtig für Knochen und Skelett?

Unbedingt, weil nachts im Körper Reparaturmechanismen im Muskelstoffwechsel, in den Faszien und den Organen ablaufen. Diese Prozesse finden während der sogenannten Tiefschlafphase statt, der Körper braucht also ausreichend Zeit für diese Regenerationsarbeit. Auch Bewegung und Ernährung spielen für diese Vorgänge eine wichtige Rolle und können den erholsamen, tiefen Schlaf beeinflussen.

Und die richtige Beschaffenheit von Bett und Matratze verhilft dann zu einem solchen Tiefschlaf?

Natürlich. Es braucht einen Lattenrost, der gut auf die Körperform abgestimmt, und ein Bettgestell, das von Schadstoffen unbelastet ist, damit die Entgiftung und „Entrümpelung“ des Körpers während des Schlafes nicht durch den zusätzlichen Abbau von Giftstoffen aus der Umwelt erschwert bzw. gestört wird. Wichtig ist bei der Auswahl von Matratzen auch die Schlafposition der betreffenden Person. Mit verschiedenen Messmethoden können die Druckstellen während des Schlafens ermittelt werden und entsprechend Berücksichtigung bei der Matratzenauswahl finden.

Mit welchen Ernährungsweisen kann man das Schlaf- bzw. Regenerationsbedürfnis unterstützen?

Es sollte vor allem spät am Abend nichts Schweres mehr gegessen werden. Darüberhinaus ist zu empfehlen, zweimal pro Woche das Abendessen wegzulassen (Dinner-Cancelling). Dieses sogenannte Part-Time- oder intermittierende Fasten meint, dass der Körper 12-14 Stunden von Nahrung verschont bleibt und damit  die Chance bekommt, seine Reperaturmechanismen wirklich effizient durchführen zu können.

Denn Nahrungsaufnahme kostet wie jeder Prozess den Körper Energie und stört genau diese Mechanismen. Die Abende, die mit spätem Essen und Naschen von Süßem oder Salzigem einhergehen, haben in der Regel schlechten Schlaf, verquollene Augen und eine unausgeruhte Verfassung am nächsten Morgen zur Folge.

Was ist die Folge einer solchen Nahrungskarenz?

Wir verursachen damit, unseren Organismus zu trainieren, die körpereigene Produktion wichtiger Hormone, wie dem Wachstumshormon Somatotropin zur Fettverbrennung oder dem Ruhe- und Rhythmushormon Melatonin, anzukurbeln. Bei der Verbrennung von Kohlenhydraten oder schlechten Fetten werden diese Hormone weniger oder sogar nicht mehr ausgeschüttet.

Das kann auch zur Folge haben, dass der Körper insulinresistent wird, weil der Körper am Abend schon im Ruhezustand ist, nicht mehr genügend Bewegung stattfindet, die Bauchspeicheldrüse aber arbeiten muss.

Was kann mittels Bewegung den Schlaf- und Regenerationsprozess fördern?

Sport hilft generell, guten Schlaf zu haben. Es ist aber nicht empfehlenswert, kurz vor dem Schlafengehen aufputschende Wettkampfsportarten zu betreiben, weil dabei das Stresshormon Adrenalin ausgeschüttet wird und uns wach hält. Sanfte Sportarten wie Yoga oder moderates Ausdauertraining, bei dem die Herzfrequenz niedrig bleibt, sind dagegen sehr förderlich.

Eine ausgedehnte Abwärmphase (Cool-down) ist unumgänglich oder man schließt Massagen bzw. spezielle Körpertherapien (Myoreflextherapie) an, die das vegetative Nervensystem in Vorbereitung auf das Schlafen stimulieren.

Welches Schlafbedürfnis gibt es eigentlich für Erwachsene?

Schlaf ist extrem wichtig, vor allem der vor Mitternacht, damit man wieder leistungsfähig wird. Jeder Leistungssportler schläft nach einem intensivem Training! Aber die benötigte Schlafmenge ist natürlich individuell abhängig von der Schlaftiefe und Durchschlafdauer. Stress behindert in den meisten Fällen, zur Ruhe zu kommen. Da braucht es dann mentale Techniken und ruhestiftende Maßnahmen am Abend, um entspannen und gut schlafen zu können.

Was passiert, wenn man das Schlafbedürfnis ignoriert?

Unter ständigem Schlafdefizit leidet auch das Essverhalten. Um der Müdigkeit und Schlappheit entgegenzuwirken, wird häufig zu Süßem gegriffen, was kurzzeitig Besserung schafft. Aber die fehlende Regeneration bleibt, Stresspegel und Gifte nagen weiter, Verkrampfungen und Verspannungen wachsen, das Optimierungsverhalten des Körpers wie Zähneknirschen, verspannter Nacken, Rückenschmerzen sind die Folge, Schlaf und Entspannung werden wieder erschwert – ein Teufelskreis.