Es ist unausweichlich – egal, ob es uns gefällt oder nicht – der Herbst hält Einzug. Und mit ihm kommen nicht nur wunderschön gefärbte Bäume und feuchtkaltes Wetter auf uns zu. Herbstzeit ist immer auch Verkühlungszeit. Egal, ob im Büro, in den Öffis oder in Lokalen – überall wird gehustet und geschnupft. Und weil man den Niesern einfach nicht entkommen kann, ist es besonders für COPD-Betroffene wichtig, sich auf diese Zeit des Jahres gut vorzubereiten. Denn gerade jetzt steigt das Risiko einer Exazerbation stark an. Exa… – was?

Exazerbation

Unter einer Exazerbation versteht man die plötzliche Verschlechterung des Krankheitszustandes von COPD-PatientInnen. Die Luft bleibt weg, der Auswurf wird zäher, der Husten hartnäckiger ...  Eine Exazerbation zeigt sich unterschiedlich. Bei Verschlechterungen, die über zwei Tage andauern, ist es ratsam, den Lungenfacharzt aufzusuchen.

Eine Exazerbation entsteht meist als Folge einer Infektionskrankheit. Aber mit einigen einfachen Schritten kann das Risiko verringert werden. So sollte man etwa das Rauchen unbedingt aufgeben. Auch viel Bewegung an der frischen Luft, eine ausgewogene und gesunde Ernährung und ausreichendes Trinken von Wasser und ungesüßtem Tee helfen, das Immunsystem gegen Krankheitserreger zu stärken.

Regelmäßiges Händewaschen und das Vermeiden von Menschenansammlungen tragen auch zur Senkung des Risikos bei. Und wer regelmäßig zum Lungenfacharzt geht, seine Therapie wie vorgeschrieben einhält bzw. inhaliert, hat gute Chancen, die Erkältungssaison gut zu überstehen.

Medikation

Grundlegend unterscheidet man bei der Inhalationstherapie zwischen der atemwegserweiternden und der entzündungshemmenden Therapie, wobei die Atemwegserweiterung die Basistherapie, also erste Wahl ist. Bei erhöhtem Risiko oder einer bestehenden Exazerbation, wird der Arzt zusätzlich eine entzündungshemmende Therapie beginnen.

Gerade zu Beginn der Krankheit erhält man oft eine Bedarfsmedikation wie etwa bei Atemnot. Wenn der Patient allerdings häufiger auf seine Bedarfsmedikation zurückgreifen muss, sollte er mit seinem Lungenfacharzt Rücksprache halten. In dieser Situation wird der Facharzt auf eine Basistherapie umstellen, die regelmäßig genommen werden muss.

Hier gibt es allerdings einige Dinge zu beachten. Eine fehlerhaft angewandte oder eine eigenmächtig abgesetzte Therapie kann auch zu einer Exazerbation führen. Daher ist es wichtig, sich das richtige Inhalieren vom Lungenfacharzt solange zeigen zu lassen, bis der optimale Umgang mit dem Inhalator sitzt.

Inhalieren

Beim Inhalieren kann viel schiefgehen, daher muss richtiges I nhalieren erlernt werden. Von der optimalen Vorbereitung des Geräts über eine aufrechte Haltung des Körpers bis hin zur richtigen Atemtechnik vor, während und nach der Inhalation muss vieles beachtet werden. Vor der Inhalation sollte mit der Lippenbremse ausgeatmet werden. Durch ein Ausatmen gegen den leichten Widerstand der Lippen kommt es zu einer verlängerten Ausatmung. Diese unterstützt eine tiefere Einatmung, wodurch mehr Medikation dort ankommt, wo sie hin soll.

Wer inhalieren muss, sollte das auch richtig machen. Doch Fehlerquellen gibt es viele. Daher sollten bei Ungewissheit oder Fragen zum Thema Inhalieren unbedingt der Lungenfacharzt oder anderes geschultes Personal aufgesucht werden.

Grundsätzlich sind zwei Arten von Inhalatoren auf dem Markt. Beim Dosier-Aerosol schießt der Wirkstoff mit hoher Geschwindigkeit aus dem Gerät in die Lunge, eine langsame Einatmung unterstützt die richtige Deposition des Wirkstoffs. Beim Trockenpulver-Inhalator wird der Wirkstoff erst mit der Einatmung des Patienten freigesetzt.

Hier ist es im Gegensatz zum Dosier-Aerosol ideal, zügig und tief einzuatmen. Bei beiden Inhalatortypen ist es wichtig, den Atem nach Verwendung ein paar Sekunden anzuhalten, damit sich das Medikament setzen kann und nicht gleich wieder mit ausgeatmet wird.

Die Inhalatoren verfügen häufig über verschiedene Feedbackmechanismen, die übers Sehen, Schmecken oder Hören vor oder während der Inhalation, funktionieren:

  • Sehen – durch eine Anzeige am Inhalator (Dosis oder Farbe) oder wenn vorhanden, durch Kontrolle der transparenten Kapsel
  • Schmecken – durch einen süßlichen Geschmack
  • Hören – Klick oder Flattergeräusche

PatientInnen sollten sich über die Feedbackmechanismen ihres Devices informieren, da diese mehr Sicherheit beim Inhalieren bieten. Erste Anlaufstellen sollten unbedingt der Facharzt, Atemphysiotherapeuten oder die Rehazentren sein.

Kortison

Kortison ist DAS entzündungshemmende Medikament. Es wird schwerpunktmäßig bei Asthma eingesetzt, bei COPD ist es weniger häufig. In Inhalatoren wird es oftmals gezielt oder auch in Kombination verwendet, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Doch noch immer haben viele Menschen Vorbehalte gegenüber dem Kortison. Wichtig ist allerdings die Unterscheidung zwischen Kortison in Tablettenform, welches nur im Notfall bei einer akuten Exazerbation zum berechtigten Einsatz kommt, und dem inhalierten Kortison.

Die Tablettengabe etwa führt dem Körper eine viel höhere Dosis zu, da das Kortison systemisch aufgenommen wird, anders als bei inhaliertem Kortison, das direkt in der Lunge wirkt. Der Rest des Körpers kommt damit kaum in Kontakt. So halten sich aufgrund der geringeren Dosis und der zielgerichteten Verabreichung bei inhaliertem Kortison auch die Nebenwirkungen in Grenzen.

Nach inhaliertem Kortison ist jedenfalls die Mundspülung sehr wichtig, da es sonst zu einer Soorbildung kommen kann. Gerade im Falle einer Exazerbation führt aber oftmals kein Weg am Kortison in Tablettenform vorbei. 

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